Alter Schwede

Was habt Ihr in der Mache? Mit was gurkt Ihr durch die Gegend? Zeigt her Eure Schätzchen!

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Re: Alter Schwede

Beitragvon weichei65 » So 14. Apr 2019, 13:08

Schade. Aber das muss ja jeder selbst wissen.

Ein sauber gemachter Buckel fährt eigentlich nicht schlechter als ein Rekord C oder D. Ein paar Optimierungen kann man dabei relativ preiswert machen, wenn man weiss wie. Lenkung, Fahrwerk(Geometrie!) und Bremse sind dabei die häufigsten Kandidaten für ein schlechtes Fahrgefühl. Der von mir schon erwähnte Getriebedeckel ist bei uns jetzt im Tausch erhältlich mit einer Broncebuchse für ein wie-neu-Schaltgefühl.
Die Gewichtsverteilung ist bei den Buckeln übrigens sogar deutlich besser als bei den Opels oder dem Amazon. Die haben nicht umsonst etliche Rallyeerfolge eingefahren...

Der technisch fast identische 62er Amazon auf den aktuellen Bildern in meinem Thread (B18A/M40/Trommelbremse ohne BKV) fuhr übrigens trotz 5,5er mit ET10 hervorragend, nachdem ich die Bremse vernünftig eingestellt hatte. Mehr als einen Schraubendreher hab ich dafür nicht gebraucht...
Ich gebe allerdings zu, das der technisch in einem sehr guten Zustand ist.
Und ich fand ihn sogar handlicher als den 67tkm-C-Rekord, den ich nebenbei in der Mache hab, die Lenkkräfte im Amazon sind geringer.

Die zwischendurch entstandenen Beiträge bestätigen meinen Text nur. Lenkgetriebe, Getriebedeckel, Geometrie....

Wer sowas nur in ausgeballert oder schlecht eingestellt fährt, muss sich nicht wundern wenns scheisse ist.

Den von Viking erwähnten C-Rekord-Kombi hätte ich nebenbei auch gern. Dürfte aber in brauchbar weitaus seltener und mindestens genauso teuer wie Buckel oder Amazon sein....

Da würde ich mir mehr ins Hemd machen!

Edit nochmal: Da die meisten noch existierenden Fahrzeuge aufgrund ihrer oft kaum nachvollziehbaren Historie und der nur fünfstelligen Tachos ihre tatsächliche Laufleistung selten verraten, ebensowenig was über irgendwelche Verbastelungen in der Vergangenheit, weiss auch kaum jemand, wie sowas tatsächlich fahren muss. Deswegen ist der Ruf vieler Autos auch oft schlechter, als sie es tatsächlich mal gewesen sind. Ich mutmaße mal, das der grösste Teil der Altvolvo vor 70, die in D zugelassen sind, schon mehr als 500tkm runter haben.

Ich geb dafür mal ein paar Beispiele:

Getriebedeckel: Ein mir bekannter Instandsetzer, der sich seinen ersten Buckel im Studium 1968 von einem amerikanischen Soldaten mit gerade mal 80tkm gekauft hat, hat mal zu mir gesagt:
"Wenn die Getriebedeckel so ausgelutscht sind, das der Schalthebel im 2. und 4. auf dem Polster aufliegt, dann hat der Getriebedeckel mindestens 400tkm runter. Bei vernünftigem Umgang (Hand nicht auf dem Hebel liegen lassen z.B.) müssten da noch viel mehr drauf sein..."
Ich glaube ihm, er hat hunderte davon gemacht und tut das heute noch.

Vergaser: Zenith, Stromberg und SU gab es ja in vielen Autos. Und wenn Drosselklappen ausgenudelt waren, hat der ein oder ander Pragmatiker halt genommen, was er gekriegt hat. Bei uns kamen schon Tauschteile für B18 oder 20 an, die ursprüglich in einem Sprite oder Mini gesessen haben müssen. Auf einem 1275er...
Das die Düsenbestückung da wohl nicht passt und sich der Volvo träge und zugeschnürt anfühlen musste, dürfte wohl klar sein, oder?

Fahrwerksgeometrie: Wenn heute wer mit einem Altvolvo zur Achsvermessung fährt, die beim Reifenfritzen oder der bekannten Kette mit den drei Buchstaben 40-50€ in der Aktionswoche kostet, dann dürfte klar sein, das hinterher maximal die Spur stimmt. Weil von den Teiletauschern keiner weiss, das der Sturz mit Unterlegblechen am inneren Querlenkerlager eingestellt wird. Soll er auch nicht wissen, erstens hat die Bleche von denen eh keiner, zweitens wird er dann auch nicht in der kalkulierten halben Stunde fertig.


Merkt ihr was? Ohne Ahnung und Grundlagen muss das scheisse fahren. Und wird genauso scheisse repariert. Der Getriebedeckel lässt sich übrigens auch pragmatisch instandsetzen, da war erst ein Bericht in der Volvo-Clubzeitung.
Auch das schaltet dann wieder präzise.
Auf Aussagen wie "Das sieht halt schick aus, fährt aber scheisse" muss man nicht zwangsläufig hören. Nicht wenn der Betreffende nicht mal weiss, wie es sich mal angefühlt hat.

Ich bin vor dreißig Jahren auch mit ausgenudelten Altopel, -VW oder -Volvo durch die Lande gafahren und war dann manchmal etwas verwundert, wenn ich mal einen Rekord D mit 68tkm geschossen hatte, wie gut sowas fahren kann.

Probiert das erstmal, bevor ihr sowas vom Stapel lasst.

Und klar, natürlich wird aus einem Buckel, Knudsen oder C-Rekord natürlich nie ein W124, 940 oder 35i. Das sollte einem vorher klar sein.

Mitschwimmen im modernen Verkehr geht aber durchaus recht gut. Das es im Serienzustand nicht für ein Rennen mit einem 200PS-CDI-Drehmommentmonster reicht, sollte wohl auch klar sein. Dafür müsste man dann richtig investieren und viel schrauben, dann wäre vielleicht auch das möglich....
Zuletzt geändert von weichei65 am So 14. Apr 2019, 14:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alter Schwede

Beitragvon Rollsportanlage » So 14. Apr 2019, 13:57

weichei65 hat geschrieben:Die zwischendurch entstandenen Beiträge bestätigen meinen Text nur. Lenkgetriebe, Getriebedeckel, Geometrie....

Wer sowas nur in ausgeballert oder schlecht eingestellt fährt, muss sich nicht wundern wenns scheisse ist.

Nö, bestätigen sie nicht. Son Uralt-Volvo ist einfach kein sportliches Fahrzeug und war dafür auch nie gedacht. Muss man mögen, ich persönlich mag es nicht.
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Re: Alter Schwede

Beitragvon timtom » So 14. Apr 2019, 15:14

Hola Jungs, ich tendiere zum ollen Opel

Autos aus meiner Kindheit :-)

Und ich möchte cruisen, brauche nichts sportliches

Bin die Tage Rekore B mit Lenkradschaltung gefahren

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Re: Alter Schwede

Beitragvon Alex86 » So 14. Apr 2019, 15:49

Commodore B kann auch was. ;)
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Re: Alter Schwede

Beitragvon timtom » So 14. Apr 2019, 17:06

Juhu Weichei,

auch wenn ich kein Profi bin,
ich habe schon alles an Fahrzeugen gefahren...

Vieleicht habe ich auch nur Pech gehabt mit dem Buckel


Aber diese Kiste hat nur Optisch was...

Ist ja auch nur meine Meinung
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Re: Alter Schwede

Beitragvon weichei65 » So 14. Apr 2019, 18:59

Pech halte ich für wahrscheinlich, aber es sind halt die meisten, die auf dem Markt sind, in ähnlichem Zustand.

Rollsportanlage hat geschrieben:
weichei65 hat geschrieben:Die zwischendurch entstandenen Beiträge bestätigen meinen Text nur. Lenkgetriebe, Getriebedeckel, Geometrie....

Wer sowas nur in ausgeballert oder schlecht eingestellt fährt, muss sich nicht wundern wenns scheisse ist.

Nö, bestätigen sie nicht. Son Uralt-Volvo ist einfach kein sportliches Fahrzeug und war dafür auch nie gedacht. Muss man mögen, ich persönlich mag es nicht.


Das halte ich für ein Gerücht. Weil du Äpfel mit Birnen vergleichst. Klar ist ein Golf 1 GTI ein anderes Kaliber. Aber der kam fast auf den Tag 20 Jahre später auf den Markt. In zeitgenössischer Sicht sieht das ganz anders aus:
Als der Amazon 1956 mit 60 oder 76PS auf den Markt kam, hatte ein Käfer vielleicht gerade mal 30 PS, was anderes gabs von VW nicht. Opels Olympia Rekord (der P1 kam erst 57) hatte maximal 45PS, auch der Ford 17m P2 kam erst 57 und hatte maximal 60PS zu bieten. Sowohl Opel als auch Ford setzten aber noch lange auf blattgefederte Kutschenfahrwerke, was sich erst ab Mitte der 60er änderte. Da hatte der Amazon schon lange Schraubenfedern, Längslenker und einen Panhardstab...
OHC gab es 56 höchstens bei Alfa, selbst BMW kam mit der neuen Klasse erst 61 mit einem 80PS-Motor, dem Volvo mit dem B18B zeitgleich Paroli bot.
Leistungsmässig war selbst der B20B(ab 66) mit 103PS noch 1970 auf der Höhe der Zeit, auch wenn er konstruktiv langsam überholt war. Und Gewichtsmässig ist er Durchschnitt: ein Amazon wiegt je nach Karosserie und Getriebe im Serienzustand zwischen 1070 und 1200kg.
Die Sportmotoren ab Werk gab es bis 66 übrigens bis 128PS, allerdings nur in kleinen Stückzahlen. Ein gerade erschienener BMW 2000 hatte weniger!

Unsportlich..tsstsstss..

https://www.motorsport-total.com/oldtim ... 0-16092805

Und der Buckel war eigentlich sogar der sportlichere. Leichte, bessere Gewichtsverteilung und das gleiche Fahrwerk.
Im historischen Motorsport fährt ein gemachter Buckel in Kurven den schnellen Alfas durchaus weg, weil er die schneller durchfahren kann und später bremsen muss. Das er das auf der Geraden kaum schafft, liegt zwar zu einem kleinen Teil auch am Motor, mehr aber daran, das für den Buckel nur die SUs homologiert sind und der Alfa mit atmungsaktiveren Webern unterwegs sein darf.
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Re: Alter Schwede

Beitragvon Dulle » So 14. Apr 2019, 19:36

fang doch erstmal mitm mofa an, bis du weisst was du nicht willst
ich finde das passt zu dir oder nen bonanza mitm fuchsschwanz
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Re: Alter Schwede

Beitragvon timtom » So 14. Apr 2019, 20:12

Ein guter Plan Dulle

:moped: :aegypten:
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Re: Alter Schwede

Beitragvon Harry Vorjee » So 14. Apr 2019, 21:05

Moin,

ich muß da dem Weichei mehr oder weniger voll Recht geben.
Und evtl habe ich es überlesen, aber wenn du nen Altopel in dem selben Wartungszustand kauft wie dein Volvo ist, und du selber nichts daran änderst, wirst du in die selbe tiefe Endtäuschung fallen wie bei dem Volvo.
Man kann das Fahrverhalten von so einem 50 Jahre alten Wagen nicht mit dem von nem 35i vergleichen, wenn das Fahrwerk auch 50 Jahre alt ist.
Es ist doch klar, das bei dem Volvo alles rappelt und schlingert und man den Schalthebel weiter rühren kann als den Suppenlöffel in einer Gulaschkanone, wenn das alles schon dreimal um die Welt getingelt ist und mehr Sylvester gefeiert hat als Heidi Klum.

Wer meine Schrauberein der letzten Jahre hier verfolgt hat, hat mitbekommen, dass ich bei einem Aufbau eines neuen Oldis grundsätzlich IMMER alle Fahrwerkslager und Buchsen neu mache inkl Motor und Getriebelager , auch die Stoßdämpfer gegen neu mit guter Qualli ( Koni, Gabriell ) tausche und natürlich auch die Bremse ohne Kompromisse erneuer bzw überhole.
Das Ergebnis ist einfach ein sehr vernünftiges sicheres Fahrgefühl, über das selbst andere Oldifahrer staunen, einfach weil sie noch nie ein Oldtimer mit gutem und neuen Fahrwerk gefahren sind.

klar kostet das Geld und Arbeit, oder eben Geld und noch mehr Geld.
Aber das eine will man und das andere muß man dann eben.

Also, mach bei deinem nächsten Oldi nicht den selben Fehler.

Gruß

Harry Vorjee
Mehr zu sehen gibt es unter oldschool-fusseltuning.de.tl
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Re: Alter Schwede

Beitragvon timtom » So 14. Apr 2019, 21:16

Hey Jungs, alles gut.

Ihr habt alle Recht.

Ich kenne alte Autos und der Volvo war in einem gutem Zustand.

Ist mir schon klar das man ein paar Sachen überarbeiten muß bei alten Kisten.

Nur waren viele Kleinigkeiten dabei die mir auf Dauer nicht gefallen haben,hätten ect.

Der Volvo hat mich halt nicht zu 100% gepackt.

So ist das halt
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