S210 E430 The Nightmare Before Christmas

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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Harry Vorjee » Do 8. Mär 2018, 08:17

Deswegen meide ich Markenforen. Sagste einmal die Wahrheit, geht der Trouble los.


das ist ja hier im Forum zum Glück ganz anders. Wenn hier ein neues Mitglied kommt, der überzeugter Jahreswagenfahrer ist und sagt : Alle Fahrzeuge die älter als 5 Jahre sind müssen verschrottet werden, auch aus Umweltschutzgründen ! "

Dann wird der hier natürlich mit offenen Armen empfangen, und bekommt gleich mal die Ehrenmitgliedsurkunde.

:-) :-) :-)

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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon kaesebrot » Do 8. Mär 2018, 09:28

Für den 210er kann man schon eine Lanze brechen, wenn man einen erwischt, der nicht komplett vergammelt ist. Hab mir Ende 2017 einen verunfallten 230er Sauger vor-Mopf (so heisst das wohl bei den Spezialisten) unter den Nagel gerissen und wieder aufgebaut. Fahren tun die Dinger wirklich schön! Gerade lange Autbahnetappen meistert der Hobel wie ne 1 und die Heizung wird wirklich schnell warm - gerade im Winter ein tolles Auto, wenn diese bescheuerte Anti-Durchdreh-Kontrolle nicht wäre, die sich nicht abschalten lässt und jeden Parklplatzdrift am Scheitelpunkt der Kurve jäh beendet.
Und es ist halt ein brutal grosses Schiff, Sitze, Tempomat und Ausstattung tun ihr übriges - obwohl meiner nur ein Classic ist, bin ich mit den Stoffsitzen und der "kleinen" Ausstattung seehr zufrieden. Dementsprechend war allerdings auch der Preis - 200Euro für den Unfaller mit gerade mal 160tkm aus erster Hand.

- Und ja, ich hab ihm neue/gebrauchte Türen, Kotflügel und Haube spendiert... und ja der Rost am hinteren Radlauf, den ich vor 4 Monaten abgeschliffen, brunoxiert und mitgelackt habe ist nach der Salzkatastrophe hier in DK wieder kräftig am Blühen... :sekt:

Cheers
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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Bullitöter » Do 8. Mär 2018, 14:32

Harry, du überteibst.

Dein Scenario is ja auch wie Werbung für nen Swingerclub in nem Bibelkreis zu machen, was soll da denn sonst passieren?

Ich bin übrigends besonders gespannt auf die Getriebestory. Die Dinger sind nach wie vor meine Angstgegner und es wird der Tag kommen, wo das Getriebe am Audi irgendetwas von mir will :kotz:
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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon weichei65 » Do 8. Mär 2018, 17:16

An deinem Getriebe geht doch nicht viel kaputt, solange du ab und an mal das Öl wechselst. Das Einzige, was du vielleicht mal machen solltest, ist der Simmering zwischen Automat und Differential, der ist meist für den Alterstod verantwortlich, weil sich das Öl vermischt.
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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Harry Vorjee » Do 8. Mär 2018, 18:02

Nun, ich habe zu meinem Text die Aussage vom "weichei" Zitiert. Das war nicht ganz richtig, gerade weil ich auch weiß, dass der "weichei" sich nicht wie die Axt im Walde in dem Forum bewegen würde.

Eigentlich bezieht sich mein Text auf die Aussage vom Marc.

Ich habe schon wieder die wildesten Dinge gelesen. War kurz wegen der Probleme mit der Automatik in einem Markenforum. Ich habe erst sicherheitshalber gar keine Bilder von dem Scheißkarren gezeigt, es aber als solchen bezeichnet. Weil ein W210 auch einfach scheiße IST. Punkt! Da lässt sich doch gar nicht dran rütteln...dachte ich. Zack...Shitstorm.


Und das ist mit meinem Beispiel schon 1:1 vergleichbar. Die Erfahrung, dass der Marc das durch aus wörtwörtlich so im Forum geschrieben hat, habe ich damals im E36 Forum sammeln dürfen. :-)

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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Bullitöter » Do 8. Mär 2018, 18:20

Naja, is ja auch verständlich, schließlich ist die Mehrheit wohl in nem Typspezifischen Forum angemeldet weil se Ihre Karre für die Spitze des Automobilbaus halten...

@Weichei: Eben, an eben jenem Simmerring gehts los (ich schau schon jedes Jahr nachem Difföl), dann geht weiter bei ruppigem Schalten im kalten Zustand, zu großes runterziehen der Festbremsdrehzahl bei Vollgasschalten, hin und wieder garnicht Schalten bei Kickdown und sporadisch eingelegter R Fahrstufe in P Stellung.

Man kann mit allem gut leben, aber ich gehe Pessimistisch davon aus, dass es nicht besser wird. Dazu hab ich keine Lust das Ding auszubauen, dass kann in einer Normgarage ohne Bühne einfach keinen Spaß machen.

Und dass die Kackstuhlautomatik sicher nicht viel mit meinem 3 Stufen Dino gemeinsam hat, davon gehe ich aus, aber es Interssiert mich trotzdem sehr.
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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon weichei65 » Do 8. Mär 2018, 21:59

@bulliöter:

Bremsbänder nachstellbar? Damit dürfte das eine Problem behoben sein. Vorgesehenes Drehmoment, dann sollte das wieder passen. Ich kenn zwar DAS Getriebe nicht so wirklich, aber meist muss man dafür nur die Ölwanne abnehmen, ohne das einem etwas entgegenfliegt.

Der Sporadische R dürfte, wenn ich richtig liege, an einem gelängten Seilzug der Wählhebelbetätigung liegen. Hat doch Seilzug, oder?

Und ja, Marcs Reparaturen sind immer spannend. Weil er sich mit Mut und Verstand was traut.

@Harry: Ich hab es richtig verstanden. Sonst wäre ich beleidigt. Sagt mein Nick oder? :-)
Eine wieder mal überflüssige Diskussion. Wie immer lustich...
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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Stuntman Marc » Fr 9. Mär 2018, 12:07

Mein Problem: ich bin ein unangepasster Mensch. Das heißt auch, dass ich meinem Unmut durchaus Luft mache. Damit eckt man schon mal an. :verlegen: Vom Auto her passe ich hier gut rein. Mit meiner konservativen Einstellung wieder überhaupt nicht...aber: Jede Form des Radikalismus liegt mir fern. Kein radikaler Markenfetischist, kein radikaler Fussel-Fahrer, kein radikaler Fußballfan... ;)

weichei65 hat geschrieben:
Und ja, Marcs Reparaturen sind immer spannend. Weil er sich mit Mut und Verstand was traut.


Ääähm...nennen wir es mal anders: Mehr Mut als Verstand und das befreiende Gefühl von "Na ja...was soll schon kaputt gehen? Im Arsch is' es ja schon."

:shit:


Um mal eine Lanze zu brechen:
Das Mercedes 722.6 (5G-Tronic) gehört schon wirklich zu den besten Entwicklungen in Sachen Automatik und zum damaligen Zeitpunkt war es sicherlich das beste Automatikgetriebe was es gab. Es hält bis zu 1.000...1.200 Nm Drehmoment aus, es ist mega massiv gebaut, es verschleißt gering und ist obendrein wartungsfreundlich und deutlich simpler aufgebaut als das 5HP24 von ZF, was zur damaligen Zeit meistens verbaut wurde. Außerdem ist es eher ein Stück kleiner als ein 5HP24 und erträgt einfach mehr als doppelt so viel Drehmoment. 90 % aller Probleme sind relativ einfach zu beheben und nur 10 % betreffen wirkliche Defekte in der Mechanik (eigentlich nur der relativ selten defekte Freilauf). Ich bin noch auf meiner ersten Verbrauchsfahrt unterwegs, aber eins steht fest: Der Wagen ist definitiv um mindestens zwei (!!!) Liter/100 km sparsamer als der kleinere, leichtere und deutlich schwächere 535i E39.


Spätestens Sonntag gibt's dann mal einen vernünftigen Bericht.
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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Burt » Fr 9. Mär 2018, 13:09

Stuntman Marc hat geschrieben:Mein Problem: ich bin ein unangepasster Mensch. Das heißt auch, dass ich meinem Unmut durchaus Luft mache. Damit eckt man schon mal an. :verlegen: Vom Auto her passe ich hier gut rein. Mit meiner konservativen Einstellung wieder überhaupt nicht...aber: Jede Form des Radikalismus liegt mir fern. Kein radikaler Markenfetischist, kein radikaler Fussel-Fahrer, kein radikaler Fußballfan... ;)



Genug von Dir. Wir wollen endlich Klebstoff sehen.
EDIT: Weil das beim E 3611nvierzig dings durchaus spannend war. Schweller...

Stuntman Marc hat geschrieben:Spätestens Sonntag gibt's dann mal einen vernünftigen Bericht.


Danke
Habt Ihr Bock auf Mexiko!!!

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Re: S210 E430 The Nightmare Before Christmas

Beitragvon Stuntman Marc » So 11. Mär 2018, 20:49

Versprochen ist versprochen…hier also die Geschichte vom Todesstern:

Ein guter Freund von mir hatte mir meinen 535iA quasi abgeschwatzt. Er stand davor aus seinem Leasingvertrag heraus zu kommen und suchte ein Auto mit Bums, durch repariert und wenig Geld. Ein für beide Seiten fairer Preis und eine knallharte Abmachung „Auto wechselt zum 01. März 2018 den Besitzer.“ später stand die Nummer. Fehlte ja eigentlich „nur noch“ ein Auto für mich, damit ich immer noch mobil bleibe. Sollte groß, billig, mit V8, deutlich praktischer als die Limousine ohne umlegbare Rücksitzbank und mit Automatik sein. Und da einige Scherereien wegen des Leasingvertrages drohten und er da schnellstmöglich wieder raus wollte

stand der Deal komme was wolle.

Bei Kleinanzeigen stolperte ich versehentlich über einen S210 E420…also ein T-Modell. Von 1998…nä! Das kann nur falsch sein! 1998 gab es keine M119 mehr sondern nur M113. Oder an dem Eimer ist mächtig was faul. Anzeige hatte keine Telefonnummer. Kannst’e dann nur hin schreiben. Eine nette E-Mail verfasst und um einen Besichtigungstermin gebeten. Denn der Wagen stand nur ca. 120 km entfernt. Zurück kam eine obgleich nette ernüchternde E-Mail. Da war einer schneller und hat sich das Auto für kommenden Montag reserviert. Mist! Ja gut…S210 V8 als Avantgarde mit schwarzem Leder in grün ist auch ohne gültige HU gesucht und mit 950,- € Angebotspreis war der Kübel entsprechend günstig. Weiter stand jedoch auch darin: Falls sich besagter Reservierer Montag nicht melden würde, wäre das Auto wieder zu haben.
Ok. Es wurde also Montag und ich hatte mit allem gerechnet, nicht aber mit der E-Mail „Ja, der Typ ist nicht erschienen und meldet sich nicht mehr. Hätten Sie immer noch Interesse?“
Aber ja doch! Abends um 18:30 Uhr an meiner Arbeitsstelle nach Feierabend mit meinem besten Freund getroffen und im strömenden Regen da hin gebraten. Dahin war Norddeutschland und dahin war der Hof eines GTÜ-Prüfingenieurs, der den Wagen wahrscheinlich noch viel billiger erstanden hatte, um ihn zu schlachten und die Teile in seinen CLK320 zu bauen. Frau sagte dazu aber „Nein! Du spinnst wohl!!!“ und so musste das Blech wieder weg. Optimales Besichtigungswetter übrigens! Strömender Sonnenschein in gleißend heller Nacht bei früher nächtlicher Stunde. Optimal! Nur gesehen: Springt an, lenkt, schaltet in D und in R, hat Kraftschluss und die Federaufnahmen sind nicht abgefault…und ein bisschen Rost…hier auch ein bisschen Rost…und ein bisschen Rost noch hier…die Heckklappe ist durch gerostet…alle Türen haben Rost…Ach scheiße…bei 900,- € „was is lätsde Breis, Bruder“ einfach stumpf zugeschlagen. Da ein 18 Monate alter Satz Winterreifen auf Alufelgen und gut erhaltene Sommerreifen mit 30 Monaten Alter sowie reichlich Profil vorhanden waren kann da nix schief gehen. Angezahlt und am 17. Dezember dann abgeholt…da schließt sich der Kreis zum Titel wieder. Könnte man eigentlich Feierabend machen, oder? Nee…ihr wollt ja noch weiter lachen, wie bescheuert ich war.

Sollt ihr haben! Mit dem nur geringfügig überladenen 535 das Kackfass per Trailer abgeholt. Macht nix…hat keiner gesehen. Was keiner sieht und keinen stört kann nicht illegal sein. Hat ja auch ohne Probleme geklappt. Gutes Zugfahrzeug is‘ er ja…
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Ich muss nicht erzählen, dass meine Frau von diesem neuen, völlig rostigen Projekt auf dem Hof hochgradig begeistert war, oder? Kurze Proberunde ergab dann auch gleich: Koppelstangen vorne fertig, poltert alles irgendwie und es ist Spiel in der vorderen linken Radaufhängung. Unter der Haube der 4,3 Liter V8…ganz schön verölt…aber läuft sauber.
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Weitere Bestandsaufnahme…ich kommentiere mal lieber gar nichts. Zu sehen sind ein paar ganz gute Teile, wie die intakte, aber langsam unterwandernde Hinterachsaufnahmen.
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Puuuh…noch mal Glück gehabt…aber…oh…was ist das?
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Zack! Durch die Reserveradmulde gebrochen und im Innenraum mit der Hand gelandet. Läuft!

Mal den Blick über den Radlauf schweifen lassen…sieht schon richtig, richtig gut aus hier…
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Trittleisten demontiert…und bis auf dieses Bläschen geht’s darunter. Glück gehabt!
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Weiter…Innenradhausschalen komplett raus…70…80 % der Stehbolzen beim leichten anschauen abgerissen. FUUUCK!!! Schon wieder stocksauer. Aber immerhin sieht der Schweller im vorderen Bereich brauchbar aus. Auch wenn der Kotflügel in dem Bereich ziemlich angefatzt aussieht.
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Federaufnahmen…na ja…angefatzt trifft diese auch. Unten in Ordnung, aber oben angebröselt. Hält aber noch.
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Danach durch die Radläufe mit dem Kärcher gegangen und alles sauber gepustet…ich hatte erst mal die Faxen dicke was die Bestandsaufnahme anging. Packen wir was an! Heckscheibe habe ich mit einem Freund zusammen ausgeglast, gereinigt und zur Seite gepackt. So kann man mit einer billigen Ebay-Abkantbank für den Schraubstock mal eben den Scheibenrahmen replizieren. Als wenn man einen 40 Jahre alten Oldtimer aus der Scheune vor sich hätte. Dabei ist das ein nur 20 Jahre altes Kackfass von Benz. Beachtet mal die Unterkante der Heckklappe!
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Am Ende vom Tag sah es dann so aus:
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Am kommenden Wochenende kam ich dann etwas weiter und machte die Griffleiste und die Klappenunterkante wieder dicht…denn da konnte man locker eine Mütze durch werfen.
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Und? Vermisst ihr was? Klebstoff? Na gut! Soll ja nicht langweilig werden. Reserveradmulde stand ja noch an. Loch drin…stimmt ja…Blech her, Löcher rein, Fügebereich sauber machen, Klebstoff drauf, Blindniete rein und Abfahrt.
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Szenenwechsel…ich hatte keinen Bock mehr in der Garage zu schrauben. Also rauf zur Halle gebracht und da ging es dann weiter. Auto hoch gefahren und unten nackig gemacht…läuft! Loch drin! Längsträger durch gefault. Hier schon mit neuem Blech drauf.
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Auch an sich so eine richtig klasse Stelle. Neben den ganzen Brems- und Hydraulikleitungen. Da machte das richtig Spaß zu braten. Und so kam erst mal das neue Werkzeug – ein Innenfederspanner – zum Einsatz und die vorderen Federn flogen raus. Denn: Konservieren und auf dünne Federauflagen in 5 statt 21 mm tauschen, damit er bei gleichem Komfort etwas tiefer kommt. Beim um ca. 80 % gestauchten Federchen wird einem trotzdem mulmig, wenn man es ausbaut. ANGST!!!
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Ach so…ja…wie immer, ne? Sander’s dran.
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Und von folgender Szene habe ich nur noch ein Bild im „nachher“-Zustand. Ich entdeckte eine vermeintliche Bremsleitung. Stark verrostet. Lag da so lustlos im Radhaus vorne rum. Also mit dem Negerkeks mal leicht angekratzt. Ganz vorsichtig! Ahhh…ok…Brösel kommen runter und es wird eine Leitung sichtbar. Gut! Danach habe ich mich wieder dem Kotflügel zugewendet. Aber was tropft denn da? Aaaaaaahhh!!!!! FUUUUUUUCK!!! Bremsleitung undicht!!! Also beim Freund angerufen. Der kam direkt wie die Feuerwehr vorgefahren mit Bremsleitung und Bördelgerät dabei. Also los geht’s!
„Hä? Wie? Warte mal…SCHEISSE!!! Das ist 6 mm Leitung und keine 4,75 mm Leitung. Dafür habe ich nichts da.“

Das ist dann immer der Augenblick wo man heulen möchte. Aber es nützt nichts! Leitung mit der Gripzange zu gequetscht, 6 mm Leitung und Fittinge bestellt und den Tag für beschissen und beendet erklärt.
Nächstes Wochenende dann wieder ran und mit viel Gewalt die neue Leitung gebördelt, gebogen und verbaut. Es war übrigens die Zentralhydraulik für die hintere Niveauregulierung. Daher 6 mm Leitung. Kacke! Und natürlich sind sämtliche Stehbolzen abgerissen. Spielchen kennen wir ja schon. Also?
Lasse mich vom Auto nicht verarschen. Statt Stehbolzen hält jetzt Kabelbinder. Feine Sache, denn der Scheiß rostet wenigstens nicht. Wenigstens eine Stelle am Auto die nicht rosten kann. Die Leitung ist ab dem waagerechten Pfeil neu gekommen und in rot wird gekennzeichnet wo unter anderem die Kabelbinder sitzen.
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Und weil sich mein bester Freund auch noch mal richtig megamäßig unglücklich machen wollte, hat er sich auch eine Katastrophe auf vier hässlichen Felgen gekauft. So einen scheiß Ford. So einen Eimer der mit 1/3 der Kilometer vier Mal schlimmer fault als mein 318.000 km Mercedes.
Oh.
Mein.
Gott!
Aber was wäre ich für ein scheiß Freund, wenn ich nicht eben mit nach Nordenham fahren würde, um im hohe Norden dieses Fass abzuholen, was andere wegschmeißen und aussieht als hätte es die letzten Jahre in der Außenweser gelegen? Also hin da und einsammeln den Rost.
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Nächster Tag geht weiter am Benz. Es wird weiter Fett verteilt. Überall wo man so hin kommt und normal sich der Gevatter Rost breit machen könnte. Immer dick drauf damit…tut gut…vor allem der verängstigten Korrosions-Seele. Hinterachsaufnahmen…
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Radläufe vorne wie hinten…überall wo ich eben irgendwie hinkomme.
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Ja…gäbe jetzt noch 30 Stellen mehr, wo ihr Fett sehen könntet. Denkt es euch einfach überall hin. Schwimmt von außen quasi im Fett. Ekelhaft. Muss man voll aufpassen wo man mit der Rübe dran kommt, sonst gibt’s extremes Wet-Look-Gel in die Haare.

Heckscheibe musste auch wieder rein. Habe von Würth so einen 1K PUR-Klebstoff mit speziellem Applikator gekauft. Kam in einer dünnen Blechdose…die kommt dann in eine gute Kartuschenpresse. Nur statt den Klebstoff vorne heraus zu pressen habe ich die scheiß Kartusche sauber in Falten gedrückt. Kacke!!! Aber warte mal…wir (bester Freund und ich) wären ja dumm, wenn wir keine Lösung hätten. Motorhaube vom 535i auf, Kartusche da rein geschmissen, Käffchen getrunken und 30 Minuten später saß die Scheibe an Ort und Stelle.
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Und dann ging’s in einer Hauruck-Aktion über ein ganzes Wochenende an den Lack. Ich wollte den Wagen eigentlich erst richtig vernünftig lackieren. Aber irgendwie hatte es der Eimer nicht verdient und ich hatte so viele Löcher zu stopfen, dass ich keinen Nerv mehr hatte auf das passende, warme Wetter zu warten, um lackieren zu können. Kurzer Hand gab’s die Spezialtherapie ohne Bilder, weil in Hast und Eile geschehen:
- Lack von der Rolle
- Löcher im Dach (jap…es waren zwei Löcher in der hinteren rechten Dachhaut) wurden mit 2K Schwemmzinnersatz nach der Entrostung geflickt
- Loch in der hinteren linken Tür wurde ebenfalls damit gestopft
- Alle Türdichtunten raus, Scheibenrahmen hintere Türen oben entrosten mit dem Negerkeks, 2K EP-Füller drauf, Spachtel, schleifen, dann wieder EP-Füller und Arschlecken!
- Alle Türdichtungen unten raus und entrosten, 2K-EP-Füller drauf und Fett dran…Dichtungen wieder rein
- Kotflügel vorne Blechflicken eingesetzt und Rest mit Schwemmzinnersatz aufgefüllt und bei gefiedelt
- Heckklappe in 2K-EP-Füller getränkt und in mehreren Iterationsschleifen geglättet…und irgendwie die Löcher vom Stern mit zu gedrömelt…is er eben hinten „clean“…mir auch egal
- Rest komplett mit 600er Papier durch geschliffen…und dabei ist dieses Bild hier entstanden:
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Schande über mein Haupt, aber ich bin es nicht gewohnt in solcher Hast und Eile etwas runter zu reißen. Daher sind alle Bilder zu den ganzen interessanten Arbeitsschritten da oben entfallen. Tut mir leid!

Da es draußen gerade Eiszeit hatte und wir nachts bis unter -10 °C hatte, in der Halle nur lächerliche 5 °C waren, musste Lösung her: CO2-Pilz vom Nachbarn geschnorrt. Das Ding hatte eine Bruchlandung in den Kellerabgang gemacht, dank Orkan in der vorherigen Woche. Also als Deal: Kaputter Pilz und Gas gegen heiler Pilz retour. Gesagt, gemacht…und so kam die Halle auf die nötige Temperatur und der Wagen wurde in bezaubernd frischem mattgrau RAL 7043 Verkehrsgrau B gerollt. Und meine Frau hatte mir sogar geholfen. Weil sie auch mal lieb sein kann und weil man so erfährt, wie man alte Kellertüren 1A aufarbeiten kann.
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Ja gut…so kam also Lack drauf. Zur Technik sind noch einige Dinge passiert, die wieder vor lauter Hast keine Bilder bekommen haben:
- Das Spiel in der vorderen linken Achsaufnahme war das Radlager. Spiel etwas nachgestellt…weg! Ohne weitere Geräusche und ohne Probleme bisher…bleibt also
- Der Poltergeist wurde mit neuen Koppelstangen ausgetauscht. Brutal billig die Teile, sogar von Lemförder…und brutal scheiße auszubauen. Die Schrauben in der Achse sind Feuchtigkeit ausgesetzt und die Torx 50 Bits reißen trotz Schlagschrauber, Hitze aus dem Brenner und MoS2-Kältespray von Caramba reihenweise ab. Kurzer Hand eine 17er Mutter mit RICHTIG Saft aufgebraten und daran gelöst. Was eine Scheißarbeit! Hörte aber da nicht auf, denn auf dem Stabi sind sie gesteckt…bekommt man um’s Verrecken nicht ab. Also abgeflext…ich ahnte da schon Böses.
- Stabilager war auch im Arsch…beidseitig für wenig Geld neu bestellt und dann aufgrund der einteiligen, geschlossenen Bauform mit dem verdammten Hammer und viel Mike Sander’s als Gleitmittel über insgesamt drei (!!!) Bögen gedroschen, bis es an der richtigen Stellt saß…was eine KACKkonstruktion!
- Pendelstützen montieren…und da war meine Ahnung von vorhin wieder…wie soll man den Scheiß auf den Stabi bekommen? Nach ein paar nutzlosen Versuchen es per Hand zu drücken oder per Hammer drauf zu dreschen einfach mit einem Freund zusammen unter der Bühne stehend am Stabi verkeilt und mit der Bühnenbewegung nach unten drauf gepresst. Eine absolut rumänische Lösung, funktionierte aber. Kann ruhig dumm sein…muss sich nur zu helfen wissen.

So, jetzt kann ich nicht mehr. Finger tun weh. Viele Seiten geschrieben. Geht die Tage weiter. Schönen Abend noch und viel Spaß beim Kaputtlachen über so einen Idioten wie mich, der sich einen scheiß W210 angelacht hat.
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