Ragnaröks Schmiede

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Ragnaröks Schmiede

Beitragvon Ragnarök » Di 9. Jan 2018, 23:26

Moin! Ich werde ich nächster Zeit hier mal ein bisschen über meine diversen Basteleien berichten und werfe nebenbei noch eine kurze Vorstellung mit rein. Ich bin 19 Jahre alt, aktuell in der Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und komme aus dem schönen, wenn auch nassen Bergischen Land, gut 40 Km östlich von Köln und bastel neben Kraftfahrzeugen an allem, was mir so unterkommt.

Hauptprojekt ist momentan ein Suzuki Samurai, der zuerst mal neuen TÜV und dann einen 1,6er BMW-Motor mit Speeduino-ECU bekommen soll.

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Mein daily Driver, Nissan Vanette Cargo mit 2,3 Liter Rumpeldiesel und massig Laderaum, bekommt demnächst noch einen simplen Camperausbau.

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Dann wäre da noch ein schön bunter Twingo mit ohne TÜV weil Ölwanne durchgerostet, dessen weiteres Schicksal noch nicht ganz klar ist.

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Aktuell beherbergt er diverses Gerümpels.

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Es findet sich noch ein bischen mehr, aber davon zu einem späteren Zeitpunkt.





Gruß, Ragnarök
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon Ragnarök » Di 9. Jan 2018, 23:35

Hier mal ein bisschen was zu den Anfängen des mittlerweile als O-Saft-Samurai bekannten Suzukis, aus einem anderen Forum kopiert. Das Auto ist mir recht günstig zugelaufen, wurd die letzten Jahre aber als Spaßauto in der Kisgrube gequält, entsprechend besteht etwas Handlungsbedarf.


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Erstes Problem: schon beim Abholen führten alle Startversuche nur zu einem müden “klack“ aus Richtung Anlasser, also wurde das Autochen mittels Jeep auf den Anhänger geschubst. Als er nach gut drei Stunden Fahrt bei mir in der Werkstatt stand, ließ mir die Sache keine Ruhe. Ich wollte den Karren einmal laufen sehen. Also schnell den Anlasser ausgebaut, zerlegt, Schlamm und Rost entfernt, alles geschmiert und gefettet, wieder eingebaut, Schlüssel gedreht.... “klack“ ... “klack“''.

Also das Spielchen von vorne angefangen. Vielleicht hatte ich ja irgendwas vergessen. Diesmal auch die Einrückmechanik im Magnetschalter gereinigt und gefettet, Kabel drangehalten, er dreht, alles eingebaut, “klack“.

Starter ausgebaut, dran rumgefummelt, Kanten abgeschliffen, Diverses zum dritten mal geölt, eingebaut, “klack“...

Nochmal von vorne. Ausgebaut, Starter mal auf den Boden gelegt, Kabel drangehalten, er drehte hoch wie eine Rakete, gut. Jetzt nochmal bestromt, aber nicht direkt, sondern über den Magnetschalter. Der Starter eierte müde vor sich hin, da fehlte eindeutig Saft. Nicht gut. Blöderweise kann man den Magnetschalter selber nicht öffnen, der ist verpresst. Auf einen neuen wollte ich nicht warten, der Karren sollte an dem Abend noch laufen. Also habe ich in guter Bushrepair-Manier die gekerbten Stellen des Gehäuses abgeflext und das gepresste Blech mit Hammer und Schraubendreher aufgedengelt. Das Innenleben wollte aber ums Verrecken nicht auseinander, ich habe gezerrt und gerappelt... und hatte plötzlich sowohl die Teile in der Hand als auch von jeder Wicklung ein Kabel abgerissen. Scheiße.

Aber aufgeben ist doof, deshalb fix den eigentlichen Schalter von Dreck und Gammel befreit, an die Wicklungen neue Drähte angelötet und direkt am Pluskontakt befestigt bzw die Minusseite mit einem Kabelbinder aufs Gehäuse getüddelt. Das aufgebogene Blech so gut es geht wieder in Form gebracht und da das nicht fest wurde den Schalter mit ein paar Kabelbindern zusammengehalten. Ein kurzer Test mit Starthilfekabeln ergab: er dreht!



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Ich habe den Starter dann zum vierten Mal wieder eingebaut, das ging mittlerweile recht flott. Ein kurzes Drehen am Schlüssel ergab endlich den gewünschten Effekt. Also einen Schluck Sprit in den Vergaser gekippt, kurz georgelt, und siehe da, ES LEBT! Hätte ich keine Ohren, wäre mir in dem Moment wohl der Kopf auseinander gefallen, weil das Grinsen einmal rundherumrum gegangen wäre.

Mittlerweile war es halb 11 am Abend, also habe ich dann doch Feierabend gemacht.


Nächstes Problem: Der Tank ist undicht, deshalb gabs keinen Sprit. Ohne Sprit nix fahren, aber genau das hatte ich vor. Und hier kommen wir zum durchaus seltsamen Namen. Ich war heute Abend nochmal kurz in den Werkstatt und habe eine auf der Werkbank liegende leere Orangensaftflasche von innen an den Kotflügel gekabelbindert und an Zu- und Rücklauf der Benzinpumpe angeschlossen. Anschließend etwas Benzin in die Flasche gefüllt, kurz georgelt, und siehe da, er sprang an und blieb auch am Laufen.




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Störend fiel die fehlende Gasannahme auf, bis ich drauf kam, dass der Gaszug ausgehängt war. Noch schnell Kühlwasser eingefüllt, warum auch immer keins drin war, dann stand der Probefahrt nichts mehr im Wege. Das Anfahren gestaltete sich durch das viel zu hohe Standgas etwas unsanft, aber im dunkeln über den verschneiten Schützenplatz zu heizen macht trotz schleifender Bremse schon gewaltigen Spaß. :-D

Mal sehen, wie es weitergeht. Einen neuen Magnetschalter habe ich vorsichtshalber doch noch bestellt.



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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon Benny Benson » Di 9. Jan 2018, 23:52

Oh der Samurai ist genial :10:

Warum hast du dich für den 1.6er entschieden? Gibt es da Vorteile beim Eintragen?
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon The Recycler » Mi 10. Jan 2018, 06:51

Hallo ,

Herrlich , die Suzi gefällt mir und sowas hätte ich gern als Spassgerät :top: aber warum BMW-Motor ?

Gruss Mirco
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon Mr.Chili » Mi 10. Jan 2018, 08:19

Servus und Hallo hier.
Das nenn ich mal unkonventionell repariert, und das in dem Alter. Reschpeckt
Lernt man das so als Träcker reparierer ? Oder haste so nenn alten gewaltschrauber als Meester.

Einfach geil :10:
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon weichei65 » Mi 10. Jan 2018, 10:53

Das wird lustig wie es scheint.... :-)

Der Chili hat scho recht: Ideen hast du.

Falls du mit dem Twingo noch was vor hast: Hier liegt noch ein Berg Gebrauchtgerümpel aus einem Schlachter rum. Nur leider keine Ölwanne. Liste dazu müsste noch irgendwo im "Biete" rumschwirren.

Nissan Vanette ist auch mal ganz cool, vor allem aber mal kein Mainstream.
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon Ragnarök » Mi 10. Jan 2018, 21:51

Nabend. Der 1,6er soll es werden, weil da die Chance recht hoch ist ihn eingetragen zu bekommen. Und die Steigerung von 1,3 Liter und 60 PS auf 1,6 und 102 reicht mir auch vollkommen aus. Bei mehr großartig mehr fängt man dann an, nacheinener VTG, Kardanwelle, Differentiale, Steckachsen, Bremsen usw umzubauen/zu verstärken... BMW Motor deshalb, weil er 1. einigermaßen passt und 2. günstig zu haben war.

@Mr.Chili: Danke! Naja, ein bisschen improvisieren lernt man in dem Beruf zwangsläufig, und der Rest ergibt sich bei mir aus Neugier und Versuchswillen. ;-)

@weichei65: Ich hoffe es doch... :-) Den Twingo werde ich wohl wieder zusammenflicken und entweder übern Sommer selber fahren oder verkaufen. Falls ich noch was brauche, melde ich mich. Ich hoffe einfach mal, dass die brennende Airbag-Leuchte nur von einem abgerissenen Kabel am Gurtstraffer kommt, ansonsten wird's interessant.
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon weichei65 » Mi 10. Jan 2018, 22:03

Wenn die Airbag-Leuchte trotz angelöteter Gurtstrafferleitung immer noch an sein sollte, prüf mal das Spulengeraffel hinter dem Lenkrad. Das ist beim Twingo etwas labil. Müsste ich auch noch in heil da haben...
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon iguana » Do 11. Jan 2018, 22:01

ähbag lampe kann auch an dem stecker unterm beifahrerseitz liegen, war hier zumindest so
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Re: Ragnaröks Schmiede

Beitragvon Ragnarök » Sa 13. Jan 2018, 15:49

Moin! Heute mal ein bisschen Bastelei: Das Radlager an der Hinterachse des 80er Landcruiser wird von einer Mutter gehalten, die statt eines Sechskants über drei zylindrische Zapfen verfügt und von außen über den Achsstummel gedreht wird. Um das Ding mit dem passenden Drehtmoment/Gefühl anzuziehen, gibt es diverse Möglichkeiten. Man kann das entsprechende "Special Service Tool" bei Toyota kaufen, man kann in ein Stück Rohr ein paar Schlitze schneiden, Löcher in eine Nuss fräsen, drei Rundeisen auf eine Platte schweißen, den berühmten "feingewuchteten Messingdorn" bemühen, oder, oder...

Aber die diversen Methoden sind halt entweder teuer, ungenau oder schlicht und einfach langweilig... :-P
Also habe ich heute mal ein bisschen gespielt:

Ein Stück Rohr abgesägt, die Enden plan gedreht, ein bisschen experimentiert, wie man mangels Fräse in eine 8er Wandung ein 13er Loch bohrt, und das auch noch außermittig. Es geht mit ein bisschen tricksen...

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Anschließend aus einem 10er Flacheisen einen Stopfen für ein Rohrende gelochsägt und eingeschweißt.

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Die geschweißte Fläche abgedreht und in die Mitte ein 25er Loch gebohrt

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Anschließend eine olle 18er Nuss mit abgebrochener Ecke ein bisschen gekürzt und in das Loch eingeschweißt, alles gedrahtbürstet und entgratet.

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Und zum guten Schluss ein bisschen Farbe, schließlich braucht man das Ding ja so selten, dass es sonst Rost ansetzt... :-)

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Gut, diese Lösung ist weder einfach noch entspricht sie den Richtlinien für Leichtbau, aber ich hatte meinen Spaß. :pulp:

Gruß, Ragnarök
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