Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Alle Fragen zur Lackierung eines Fahrzeuges

Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon kaufunger » Di 16. Aug 2016, 23:11

Moin, ich spiele schon länger mit dem Gedanken den e36 in ein neues Farbgewand zu hüllen, aber ich bin mir noch nicht ganz einig mit welchen Mitteln das geschehen soll, bzw. kann..
Ich hab seit kurzem Zugriff auf einen Kompressor, aber habe damit noch nicht lackiert. Deswegen stellt sich mir die Frage obs möglich ist in einer Halle einen Pavillion (6x3m) aufzustellen und alles mit Folie abzuhängen und darin zu lackieren? Meine Bedenken wären halt in erster Linie die fehlende Belüftung :gruebel:
Das Problem ist halt, dass der Hallenvermieter es ungerne hätte dass der Wagen im Freien vor der Halle gespritzt wird und dass ich wegen Saisonkennzeichen aktuell auch nicht woanders hinfahren kann.

Ne andere Option wäre natürlich die Kiste einfach zu rollen. Ich hab allerdings erst wenige gerollte Autos live gesehen und deren Lack war doch recht krisselig... :verlegen: und ich hätte das ganze doch gerne ein wenig glatter.

Von der Farbe her solls höchstwahrscheinlich sone Mipa-stumpfmatt-Geschichte werden.

Sprühdosen hab ich auch erst in Erwägung gezogen und mit den Grautönen von Montana experimentiert, aber da war bisher nicht das richtige dabei.

Habt ihr vielleicht noch weitere Ideen oder Tipps für ne Lackierung in ner Halle?

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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon Burt » Mi 17. Aug 2016, 10:17

Pavillon ja, gänzlich zuhängen nein. Da muss Luft zirkulieren können, damit der Lack beim trocknen richtig ablüftet. Das könnte ungeahnte Folgen haben, was die Farbkosistenz angeht. Also scheckige Flecken, Oberflächenhärte etc.
Außerdem is die Chance dass
Wenn du ne moderne HVLP-Pistole verwendest haste ggf. ne Chance mit dem Sprühnebel in der Kabine klarzukommen.
Entlüften is nämlich sone Sache, sind schon ganze Fenster rausgeflogen, weil die ganze Scheiße in die Luft geflogen is. Du bräuchtest unbedingt explosionsgeschützte Lüfter und nen Filterkasten.

Ich hab mich mit dem Thema auch eingehend beschäftigt und dann outside gearbeitet. :schwachsinn:
Ein Kollege hat das mal ohne Abdecken inner halle gemacht, danach hatte alles die Farbe von sein Mopped... fand ich voll kacke. Is also nachvollziehbar.
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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon dette ecker » Mi 17. Aug 2016, 10:46

HVLP-PISTOLE ist der Bringer. Ich habe damit, abschnittsweise, meinen Fiffi lackiert. Kein Nebel. Nix drumherum versaut. Die Oberfläche ist mit einer gerollten Lackierung nicht zu vergleichen, weil vielfach glatter.
Ach ja. Neben der HVLP habe ich mich in Brantho-Korrux nitrofest verknallt.
Ich versuche nix anderes mehr. Saugeil die Kombi.
Brantho habe ich mit ca. 10%verdünnt.
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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon Harry Vorjee » Mi 17. Aug 2016, 10:46

Erst einmal hat der Burt da vollkommen recht.

Wenn du eine "schöne und glatte Lackierung" haben möchtest, aber vorher weder schon mal ein Auto gerollt oder mit der Pistole besprüht hast, such dir lieber jemanden, der sich mit auskennt. Selbst in einer lackierkabine mit der besten Pistole wirst du es zu 99% nicht hin bekommen. Da gehört halt etwas Übung zu.
Wenn dir das F1 Auto von vettel hingestellt wird, wirst du auch keine super Zeit in den Asphalt brennen, eher wird es gegen den Baum oder den Reifenstapel gehen, einfach weil dir min. die Übung mit dem Fahrzeug fehlt.

Auch gerollte Autos können schön glatt aussehen, ich nehme immer Schaumstoffrollen und gehe gleich danach ganz sachte nich einmal mit einem Naturhaarpinsel drüber. Wenn du dann auch noch mal mit 500er Schleifpapier drüber gehst, kann bei einer gteschickten Hand ein super ergebnis raus kommen.

Zur provisorischen lackierkabine habe ich mal gute Erfahrung mit einem Pavillion draußen aufgestellt gemacht. Plane auf dem Boden und alles von innen schön naß gemacht normale Seitenwände reichen. Wie gesagt, etwas Luft muß durch gehen.

Bevor du an deinem Fahrzeug startest, versuche einfach mal ein paar alte teile zu lackieren, um ein Gefühl zu bekommen, wann es zu viel farbe oder zu wenig ist, wie doll du mit der Rolle / Pinsel aufdrücken mußt oder nicht oder mit wie viel luft die pistole am besten Arbeitet.

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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon shopper » Mi 17. Aug 2016, 11:42

Autos anmalen zu können ist nicht aus spass ein ausblödungsberuf

Zu viele faktoren beeinflussen das ergebniss
Den 131 hätte ich mit rolle und pinsel besser hinbekommen

Sollte null Erfahrung da sein.... such dir wen der das kann
Und du das Ergebnis gesehen hast.... labern können viele
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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon weichei65 » Mi 17. Aug 2016, 13:22

Da ist so ziemlich alles gesagt.

Ich merke dann nochmal an, das beim Lacken mit Pistole eine vernünftige Atemschutzmaske eine sinnvolle Investition ist, so teuer sind die nicht. Die Nebel der Lösungsmittel und Reaktionsprodukte (bei EP-Verarbeitung z.B.!) sind nicht ohne, wenn du also nicht rumkotzen willst, schaff dir sowas an. Ich benutze meine mittlerweile sogar beim Rollen oder Hohlraumversiegeln, den Unterschied merkt man nach Feierabend deutlich.

Die Explosionsgefahr bei stark Lösungsmittel-geschwängerter Luft in geschlossenen Räumen solltest du wirklich nicht unterschätzen, da reicht schonmal der Schaltfunke des Lichtschalters für ungeahnte Reaktionen.

Zur Qualität beim Ergebnis hat Shopper schon die richtige Anmerkung mit dem Ausbildungsberuf gemacht. Wenn du Sprühdosenreparaturen fast unsichtbar hinbekommst, dann sollte das auch mit einer Pistole mit etwas Übung klappen. Ist aber definitiv nicht das Gleiche! Und es ist so: Labern können viele.
Ich hab schon mehr als einmal einen "Lacker" getestet, weil das Ergebnis einigermassen gut werden sollte, um hinterher festzustellen, das ich es selbst besser gekonnt hätte.
Ich sag immer, das ich es nicht kann, um so mehr freuen sich alle Beteiligten, wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist.

Für Top-Ergebnisse sind ordentliche Vor- und auch Nacharbeiten eine unabdingbare Tatsache. Mal eben mit 120er Papier anschleifen genügt für eine Rollorgie mit vernachlässigbarer Qualität, nicht für ein Ergebnis, das man vorzeigen möchte. Eine gut gemachte Lackierung offenbart alles, was bei den Vorarbeiten Murks war, egal ob stumpfmatt oder glänzend. Seidenmatt finde ich da fast schlimmer als Hochglanz.

Gutes Licht ist ebenso Pflicht, wenn es gut werden soll. Lackierkabinen haben nicht umsonst weisse Wände und helles Licht....

Ein Wasserabscheider am Kompressor ist für gute Ergebnisse Pflicht, ansonsten musst du alle Nase lang den Druck und das Wasser ablassen.

Bei den ganzen alten Standard-Pistolen ist Rumnebelei und hoher Lackverbrauch normal, die HVLPs sind da eine ganz andere Welt. Mit den alten Dingern hat hinterher in der Werkstatt wirklich alles einen leichten Nebel drüber, und der findet seinen Wegdurch jede Ritze, garantiert!
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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon kaufunger » Mi 17. Aug 2016, 21:22

Danke für die ganzen Hinweise :10:
Das mit den Lösungsmitteln in Verbindung mit Strom war mir jetzt gar nicht so bewusst :gruebel:

Ja also dass das keine Profilackierung wird wenn ich das erste mal mit nem Kompressor arbeite war mir eigentlich klar, hatte mir nur erhofft ne bessere Oberfläche als mit der Rolle zu erreichen, außerdem hättes halt auch einfach mal in den Fingern gejuckt das mal zu testen :-)
Diese Hlvp-pistolen werd ich mir mal anschauen, ob das was für mich ist.
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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon Harry Vorjee » Do 18. Aug 2016, 07:11

He, es wollt dir hier keiner sagen, dass du lieber keine Farbe anfassen sollst. Nur, dass es nicht sooo einfach ist, wie du evtl gedacht hast.

Probier dich da einfach mal aus. Hole dir nen ollen Mopedtank, oder Motorhaube oder vesuche sonst was mit Farbe zu verschönern. Und dann wirst du ja sehen, ober dein gewünschtes Ergebnis dir nach etwas Übung aus dem handgelenk flutscht.

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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon Der Sterni » So 21. Aug 2016, 14:26

kaufunger hat geschrieben:Danke für die ganzen Hinweise :10:
Das mit den Lösungsmitteln in Verbindung mit Strom war mir jetzt gar nicht so bewusst :gruebel:

dann mal noch nen hinweis:
selbst die lackpartikel erzeugen spannung, wenn sie an deiner plastefolie reiben
sone folie entsprechend zu erden ist nen kapitel für sich - ist schon so mancher dran gescheitert

das nur nochmal kurz als ratschlag vom sicherheitsbedachten ausgeblödetem (mit eigenbaukabine) :pssssst:



HVLP ist für nen ungeübten in verbindung mit nem HS-lack nicht die beste alternative
HVLP-pistolen "rumpeln" decklack schon ziemlich auf die oberfläche. wer da nicht das richtige material hat was sich noch gut ausspannt knallt eher noch ne schicht mehr drauf
gibt gerne kocher oder flecken (gerade bei mattlack haste dann gerne glanznester)

Mein Freund der Baum braucht CO², drum setz' ichs ausm Auspuff frei.
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Re: Provisorische Lackierkabine vs. Rollen

Beitragvon kaufunger » Mo 22. Aug 2016, 16:44

Plastikfolie erden, ich brech ab...Strom ist echt das Allerletzte. :king:

ja wird wahrscheinlich erstmal die beste Lösung für mich sein die Kiste zu rollen.
Werd mich mal mit verschiedenen Rollen versuchen um ne möglichst ebene Oberfläche hinzubekommen.

So wie ich das bisher gelesen hab gibt es wohl von Mipa extra Streich- und Rollhärter...
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