Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Fragen zur Technik von Fahrzeugen

Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Rautenfahrer » Mo 4. Jun 2018, 15:17

Hallo Fachleute,

da sich mein Motörchen endgültig verabschiedet, habe ich mir einen Tauschmotor geholt.

86tkm, wahrscheinlich hat man nicht die vom Rautenhersteller gewünschte 80tkm-Wartung mit neuem Zahnriemen und WaPu gemacht, daher nehme ich mir die Zeit, und putze den Motor gehörig durch, wenn er so schön zugänglich im Keller steht.

Neben einem gerissenen Abgaskrümmer und anderen Dramen (sollte wirklich meinen Projektthread beginnen), dachte ich mir: Ventilschaftdichtungen sind beim Kit zum Zylinderkopf dabei, da kann man doch diese auch setzen. Und wenn man schon dabei ist, einmal den Ventilsitz putzen.... also die Ventile raus und siehe da: Huh?

Ich kenne von meinem Gasgegrillten Motor das Verschleißbild von leicht geschliffenem Materialabtrag auf der Zündkerzenseite, bei meinem Reperatureinsatz letztes Jahr haben mir da gut 0,1mm gefehlt, das Ventil und der Ventilsitz waren markant unrund, man konnte da fast ein Stück papier zwischen schieben..

Nachdem ich die "neuen" Ventile einmal geputzt hatte, war ich einfach nur überrascht. Sie sahen aus wie Dalmatiner.
Bild

mit einem kurzen Einsatz von Schleifpaste waren die Punkte weg, es hat mich aber einfach nur verwundet. Ich bin Laie und kenne von Ventilen neben meinem "Gasbrand" natürlich nur die ganzen Katastrophenfotos von verschmorten, geschmolzenen und durchgeschossenen Ventilen.

Was sagen mir diese Punkte?

Es handelt sich um einen 1.6l 8V Benzinmotor, der augenscheinlich nicht mit Gas (keine Bohrungen auf der Ansaugbrücke) gefahren wurde und angeblich 86tkm alt sein soll. Herkunft ist ein großer Autoverwerter an der Polnischen Grenze (polnische Seite), kein Hinterhofbetrieb.

Das einzige, was mir an diesem Motor sonst aufgefallen ist: Er ist im Abgasbereich und im Zylinderkopf recht stark verrußt. Abgasseitig hatte ich einen rund 1mm dicken Rußpanzer.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Bullitöter » Mo 4. Jun 2018, 17:02

Nun, guck halt mal was gebrauchte Motoren so gelaufen haben sollen.

Es sind bei einer großen mehrheit entweder irgendwas mit 80.000 oder irgendwas mit 120.000.

Dabei spielt es aber keine Rolle ob du jetzt n Motor für nem Golf 5 oder für nen Golf 3 suchst, obwohl ja theoretisch mit dem Alter die Laufleistung steigen sollte. Du hast also n Motor mir irgendeiner Laufleistung gekauft, wie das eigentlich fast immer der Fall ist.

Zu dem Verschleißbild kann ich nix sagen, hab noch nie n Kopp kaputt gehabt das ich da was ausgebaut hätte.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Rautenfahrer » Mo 4. Jun 2018, 18:06

Zu der Laufzeit:
Da ich meinen 160tkm-Motor äußerlich recht gut kenne, glaube ich diesem Motor die 80tkm-Zahl. Salzflecken sind da, aber kein tiefer Rost an den Schrauben, das Hitzeschild vom Krümmer wirklich in Ordnung und auch die Ansaugbrücke/Drosselklappe war markant frischer als mein Altbestand.

Im inneren auch ziemlich sauber, keine Verschleißspuren auf der Nockenwelle und nicht die geringste Spur in den Laufflächen der Zylinder. Die Kolben minimal rußig, aber ansonsten noch bis zur lasergravur lesbar.

Alle Verschleißteile und Anbauteile waren noch Original Raute, was bei einem ggf. in Polen benutzten Nutzfahrzeug wohl nicht der Fall wäre.

Also bleiben wir bitte bei den Ventilen, vielleicht kennt ja wer das Verschleißbild. Wie gesagt: nach kurzem Schleifen waren sie weg, quasi keine Arbeit. Es wundert mich nur.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Bullitöter » Mo 4. Jun 2018, 20:12

Dann haste ja einige Argumente, dass die 80.000 Vielleicht stimmen. Andererseits, hättest du n Golf Cabrio und ich langeweile, könnte ich dir auch meinen 430.000 km gelaufenen 2H hinstellen, das sähe kaum anders aus.

Wenn sich der Dalmatiner mit ein bisschen Schleifpaste leicht beseitgen ließ, dann war es meiner Meinung nach zumindest nix über dass man sich gedanken machen müsste. Vielleicht isses ja auch normal, ich hab wie gesagt noch nie was am Kopf gehabt, daher weiß ich nicht, ob das nicht bei meinen Motoren genauso aussieht.

Aber es wird sicher noch wer ergiebigeres dazu sagen können...
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Burt » Mo 4. Jun 2018, 21:44

Pitting Ventilsitz. Mit deiner Schleifpaste hast du alles richtig gemacht. Weiterhin gilt: ignorieren, biertrinken.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon weichei65 » Mo 4. Jun 2018, 23:09

Eigentlich hab ich grad kein Bock mehr...

...aber ein moderner Motor mit AGR sieht meist nach 40tkm von innen schon so aus. warum die manchmal sogar 300tkm oder mehr aushalten, ist mir schleierhaft. Bei den Benzinern mit Gas funzt das definitiv nicht. Dafür musste einen alten 2/7/9er Volvo oder einen VWmit 827er missbrauchen, dann geht sowas auch.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Rautenfahrer » Di 5. Jun 2018, 06:55

Burt hat geschrieben:Pitting Ventilsitz. Mit deiner Schleifpaste hast du alles richtig gemacht. Weiterhin gilt: ignorieren, biertrinken.


Jawohl mein Burt! :bier:

Mit dem Verweis "Pitting" finde ich auch entsprechende Hinweise, und es scheint mir wirklich normal zu sein bzw. ein indikator für sehr fetten Betrieb zu sein.

Weichei: Bisher habe ich dieses AGR an diesem Motor nicht gefunden, so wie ich das sehe habe ich keines.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon weichei65 » Di 5. Jun 2018, 13:27

Kaum ein Motor besser als Euro2 ab Werk kommt ohne AGR aus. Auch Benziner nicht.

Teilweise sind die aber mittlerweile auch gut im Zylinderkopf versteckt....

Hat sogar mein alter 940 schon, so ein Teufelszeug.
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Re: Verschleiß an Auslassventilen - Diagnose Dalmatiner?

Beitragvon Frankass » Di 5. Jun 2018, 15:44

Ich hab von so neumodernem Glump ja eigentlich nur mäßig Ahnung, aber anhand der Abgasanlage kann man so nen AGR wohl nicht ausmachen. Bei dem einen der Lupomotoren war die Rückführung per Edelstahlröhrchen direkt von einem Kanal am Zylinderkopf zur Ansaugbrücke.
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