Revision Schaltgestänge Golf 3

Fragen zur Technik von Fahrzeugen

Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon dreiradfahrer » Do 23. Nov 2017, 22:25

Ums kurz zu machen: Die Schaltung in meinem Golf erinnert mehr und mehr an einen ukrainischen Raupenschlepper und weniger an das mexikanische Qualitätsprodukt, das er nunmal ist. Da muss was passieren.

Die "offizielle VW-Lösung" wäre ein neues Schaltgestänge, was aber doch etwas sehr ins Geld geht. Alternativ gibts im freien Zubehör Reparatursätze für die Umlenkung. Sowas hier z.B.:

https://www.ebay.de/itm/gr-Rep-Satz-Sch ... SwzaJX4Ngf

Hat das schonmal jemand von euch gemacht? Wenn ja, taugt das was und hält das Zeug? (nur am Rande: das bisherige hat jetzt ~550.000km gehalten, das neue muss (mindestens) genauso lange halten).
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon Rollsportanlage » Do 23. Nov 2017, 23:06

Ich vermute mal, das dies Reparatursatz von JP-Group ist.
Über deren Online-Katalog kannst du bei bedarf die Teilenummer recherchieren.

Erfahrung gesammelt habe ich mit deren Reparatursätzen nur an meinem Golf 1, der jedoch nicht das gleiche Schaltgestänge hat.
Manche Einzelteile passten, andere waren von grausiger Qualität, oder pasten garnicht. Letztendlich ließ sich aus den Altteilen und dem Reparatursatz ein brauchbares Schaltgestänge zusammenstückeln.
Nicht optimal, aber trotzdem um Welten besser, als ein ausgelutschtes Originalgestänge. Kann ich nur empfehlen, vorallem angesichts des geringen Preises.

Aufgrund der miesen Qualität versuche ich diesen Hersteller nach Möglichkeit zu vermeiden. Hin und wieder geht es aber nicht anders.
Speziell für ältere, und sehr alte VW offeriert JP-Group ein sehr umfangreiches Sortiment an Teilen, die bei anderen Ersatzteilherstellern längst entfallen sind, oder nie verfügbar waren.
Wenn man sich mal durch deren Teilekatalog klickt, beschleicht einen die Vermutung, dass die meisten Reproteile mittelprächtiger Qualität die man bei diversen Oldi-Händlern (CSP, Werk34, etc.) kaufen kann, genau daher stammen.

Insgesamt bin ich aber froh, dass es diesen Hersteller gibt. Mitunter sind billige Ersatzteile von geringer Qualität besser als gar keine Ersatzteile.


dreiradfahrer hat geschrieben:(nur am Rande: das bisherige hat jetzt ~550.000km gehalten, das neue muss (mindestens) genauso lange halten).

Ist das ernst gemein?
Mit der Einstellung kann man durchaus ca. zwanzigteilige Reperatursätze für 20€ kaufen, muss sich dann aber nicht wundern, wenn die Erwartungen enttäuscht werden.

Wenn sich dein Cabriolet bereits wie ein "ukrainischer Raupenschlepper" schaltet, nehme ich mal an, dass die Teile nicht erst seit gestern ausgeschlagen sind. Sprich: Selbst die Originalteile halten keine 555.000 Kilometer durch.


Der Teilekatalog bei 7zap.com wirft übrigens VW-Teilenummern für die meisten Bestandteile des JP-Reperatursatzes aus. Mit nininet.de kannst dur ermitteln, ob die Teile bei VW noch regulär verfügbar sind (Preise nicht aktuell). Auskunft über das Classic Parts-Sortiment gibt deren Website.
Originalteile sind wahrscheinlich erheblich teurer, halten wahrscheinlich aber auch erheblich länger.
Zuletzt geändert von Rollsportanlage am Fr 24. Nov 2017, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon dreiradfahrer » Do 23. Nov 2017, 23:16

Mit der Einstellung kann man durchaus ca. zwanzigteilige Reperatursätze für 20€ kaufen, muss sich dann aber nicht wundern, wenn die Erwartungen enttäuscht werden.

Sagen wirs mal so: Die Originalteile von VW haben mich in den letzten Jahren teilweise extrem enttäuscht, während es bei den billigen Teilen durchaus brauchbares gibt. Darum frage ich ja nach Erfahrungswerten ...
Beispiel: Original VW Bremsbeläge waren nach ~25.000km aufs nackte Eisen runter, ~25€ Teile von Amazon laufen jetzt seit knapp 90.000, sind aber auch langsam fällig, Ersatz aus gleicher Quelle liegt schon bereit und zieht im Frühjahr ein, bis dahin steht das Ding eh mehr als es fährt.
Zu den meisten Produkten findet man ja Erfahrungswerte, aber zu diesen Revisionskits leider nicht. Nur Einbauanleitungen gibt es massenweise, also scheint das ein relativ häufiges Problem zu sein (auch wenn es mir persönlich bisher nicht begegnet ist). Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch bereit bin mehr zu zahlen, das kann gerne auch 100€+ kosten, aber es muss halt was taugen.

Teile gibt es für den Golf 3 ja glücklicherweise genug, auch weil die meisten Mechanikteile ja auch in anderen, teils jüngeren, Baureihen drin sind. Da kann man sich dann raussuchen was taugt und was nicht. Ich habe ja vor das Auto "ewig" zu fahren und solange es möglich ist als das zu nutzen was es ist: ein absolut genialer Reisewagen.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon santeria » Do 23. Nov 2017, 23:18

Hi.
Ich hab sowas mal am Golf 2 verbaut:
Finde es für den Preis eigentlich ok, nur der 'Schaltfinger' (das längliche Teil mit der Kugel unten dran links im Bild) war bei mir immer der Schwachpunkt:
Nach Max zwei Mal auf/ zuschrauben ist das Gewinde oben endlos/ am Sack. (Jetzt 2x passiert)
Bei einem ist mir auch mal der obere Hebel sauber rausgebrochen - konnte aber wieder festgepunktet werden und hat gut gehalten (bis dann wieder das Gewinde am arsch war).
Im Moment habe ich einen originalen gebrauchten drin - nicht perfekter Zustand aber tut es.

Andrerseits:
Original von VW kostet das ganze vor schätzungsweise sieben Jahren ca 100€..
Dafür kann man fünf von den billigsätzen verschleißen.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon dreiradfahrer » Do 23. Nov 2017, 23:27

Das klingt soweit ja doch ganz gut. Mal sehen was daraus wird, auch weil ich gerade nochmal im Haynes geblättert habe und gesehen habe, dass da (was im Ezold verschwiegen wird) eine Möglichkeit zur Nachstellung beschrieben ist.

Problem ist nämlich, dass die Gänge reingehen, aber der Schaltheben ungesund viel Spiel um seinen Lagerpunkt hat. Mal sehen wann ich Zeit finde mir das anzusehen.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon santeria » Do 23. Nov 2017, 23:32

Das könnte gut die Kugel des besagten Hebels sein.
Gerade der Golf 3 scheint dafür irgendwie anfällig zu sein..

(Zumindest die letzten zwei Grotten die ich besichtigt hatte).
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon Rollsportanlage » Do 23. Nov 2017, 23:49

Bei der Laufleistung würde es mich wundern, wenn die Verschleißteile im Schaltgestänge nicht hinüber sind.
Ich glaube, dass man mit dem Reperatursatz nich falsch macht.
Einmal Karre aufbocken Teile Ausbauen, saubermachen, mit dem Rep-Sartz sowie ordentlich Fett wieder zusammensetzen und über ein um welten besseres Schaltgefühl freuen. Und das für'n Zwanni.

dreiradfahrer hat geschrieben:Sagen wirs mal so: Die Originalteile von VW haben mich in den letzten Jahren teilweise extrem enttäuscht, während es bei den billigen Teilen durchaus brauchbares gibt.

Meiner bisherigen Erfahrung nach entsprechen solche Kleinteile vom Ersatzteiltresen zu 100% den ab Werk verbauten Teilen, oder späteren Ersatzversionen aus neuerern Modellen.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon Bullitöter » Fr 24. Nov 2017, 01:01

Ich hab das Zeug glaube ich mal beim Grasshopper gekauft und on den Jetta gebaut. Das ist so lange her das ich vergessen habe wann das war und wieviel es nun gelaufen hat.
Die Buchse der Schaltstange unten an der Karosserie wird aber sicher in ein paar Jahren wieder fällig und hält damit definitiv nicht so lange wie oginool, aber schon länger als die gebrauchtteile aus den Schlachtern die ich vorher durchgeheizt hab.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon dreiradfahrer » Fr 24. Nov 2017, 02:17

Bei der Laufleistung würde es mich wundern, wenn die Verschleißteile im Schaltgestänge nicht hinüber sind.

Normalerweise ja, aber das wäre hier nicht das erste Mal, dass die Kiste ein untypisches Verschleißbild zeigt. Angesichts der untypischen Nutzung (das Auto fährt praktisch nie Strecken unter 100km) ist das aber auch zu erwarten.

Einmal Karre aufbocken Teile Ausbauen, saubermachen, mit dem Rep-Sartz sowie ordentlich Fett wieder zusammensetzen und über ein um welten besseres Schaltgefühl freuen. Und das für'n Zwanni.

Wenn ich die Zeit hätte, dann würde da endlich mal der "Automatikbausatz" einziehen der seit Jahren bei mir liegt. Das beste Schaltgefühl hat m.E. nämlich eine Karre bei der ich nicht schalten muss. Aktuell wäre das einzige Auto gegen das ich mein Cabrio tauschen würde ein vergleichbar gutes 3er Cabrio mit Automatikgetriebe.

Aber egal, den Revisionssatz hab ich jetzt mal bestellt. Mal sehen wann ich dazu komme mir das anzusehen. Wenns mit nachstellen getan ist, wandert das Revisionskit ins Regal, wenn nicht muss ich schaun das ich eine Termin für die Bühne kriege.
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Re: Revision Schaltgestänge Golf 3

Beitragvon weichei65 » So 26. Nov 2017, 20:25

Das Spiel am Hebel könnte aber auch an dem Umlenkhebel mit der Kugel dran liegen, der war bei meinem Erbstück vor ein paar Jahren mal verschlissen. Die Kugel war schlicht keine mehr. Gabs Original von VW, hat seinerzeit der Onkel noch bezahlt. Lag aber bei stolzen 65€,wenn ich das recht in Erinnerung hab. Dafür schaltet er immer noch wie neu.
Vor dem Wechsel war da unglaublich Spiel drin..

Bei den Reparatursätzen gabs auch mal was von Febi in recht ordentlicher Quali,der hat auch zu 100% gepasst. Obs die noch gibt, weiss ich allerdings nicht.
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Bald alle. Demnächst Caddy 9kv auf der Schlachtbank.
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