Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Fragen zur Technik von Fahrzeugen

Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon santeria » Mi 15. Dez 2010, 04:15

Hallo zusammen,

ich resaturiere mir gerade einen Motorkabelbaum vom Golf 2 GTI PF (neue ZE).

Da an den Kabeln einige Bruchstellen kurz vor den Steckern vorhanden sind und manche Kabel ziemlig gammelig sind, werde ich die Kabel komplett austauschen & wieder wie original vercrimpen.
Ich weiss dass man auch löten könnte, oder Lüsterklemmen nutzen oder andersweitig "pfuschen" - da kommt dann aber wieder der Nietenzähler in mir raus & ich verschwende gerne meine Zeit dafür. :pompom:

Nun zu meinem eigentlichen Problem:

Ich habe mir die schadhaften Kabel angesehen & schätze sie auf ca. 1,5mm Querschnitt - ist ja für die meisten FLRY Fahrzeugleitungen Stanni.

Natürlich habe ich mir danach auch die passenden Stromlaufpläne im "Jetzt helfe ich mir selbst - Golf 2" mal angesehen - die meisten Querschnitte sind dort mit nur 0,5mm angegeben, ausserdem sind dort Kabelfarben (1x bl/ws 0,5) gelistet, die bei mir gar nicht vorkommen, andere fehlen dafür vollständig (oder ich habe die Stromlaufpläne nicht richtig durchsucht).
Es handelt sich hauptsächlisch um die Kabel aus dem Stecker der ans Digifant Steuergerät geht.

Jetzt würde mich mal interessieren ob ich einfach alle Kabel mit 1mm oder 1,5mm Leitungen neu ziehen kann die ich tauschen will - Sozusagen per "Augenmaß" & besser zu dick als zu dünn.
Ich tausche aber nicht alle!

-> Kann es Probleme durch die unterschiedlichen Widerständen der Kabel geben?
-> Kann es passieren dass Anzeigen verfälscht werden, oder schlimmer noch: das Funktionen gar nicht mehr gegeben sind?
(Soweit ich weiss sollte das z.B bei manchen Fahrzeugen an der Lambdasonde der Fall sein).
-> Oder noch schlimmer: Dass mir irgendein Verbraucher oder ein paar Kabel dadurch abrauchen?
-> Um mal zu übertreiben: Was würde z.B passieren wenn ich von zwei gleich dicken Kabeln die an einen Stecker gehen eines mit 1,0mm und das andere mit 1,5mm ersetzte? ;-)

Über Antworten würde ich mich freuen.
Gruß & gutes Nächtle!
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon Buckaroo » Mi 15. Dez 2010, 19:24

Hallo,
also, einen höheren Querschnitt darfst du immer nehmen, kleiner sollte man immer vermeiden. Je kleiner der Querschnitt, desto geringer die zulässige Stromstärke. Ist der Querschnitt für die Stromstärke zu gering gewählt, wird das Kabel zum Widerstand (zusätzlich zum bereits vorhandenen Eigenwiderstand) und das Kabel erhitzt sich und wird zur potentiellen Gefahren- oder Störquelle.
Aber nicht nur die Stromstärke bestimmt den Querschnitt, auch die Leitungslänge beeinflusst die Wahl des Querschnitts, da eine größere Kabellänge auch einen höheren Widerstand bedeutet, der durch einen höheren Querschnitt ausgeglichen werden kann. Das Kabelmaterial habe ich jetzt mal bewusst ausgeklammert, da ich mal von Kupferleitungen ausgehe.

In deinem Fall also einfach mindestens den vorhandenen Querschnitt wählen.
A: Die Motorkontrollleuchte ist an
B: Ja, ich muss da mal was drüberkleben

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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon KLE » Mi 15. Dez 2010, 19:38

zu Elektrik ansich sagich wenig, wir stehen auf Kriegsfuß :peng:

santeria hat geschrieben:Natürlich habe ich mir danach auch die passenden Stromlaufpläne im "Jetzt helfe ich mir selbst - Golf 2" mal angesehen - die meisten Querschnitte sind dort mit nur 0,5mm angegeben, ausserdem sind dort Kabelfarben (1x bl/ws 0,5) gelistet, die bei mir gar nicht vorkommen, andere fehlen dafür vollständig (oder ich habe die Stromlaufpläne nicht richtig durchsucht)


Dauzu kannich aber was sagen: VW hat leider sehr oft die Kabelbäume geändert, wenn es 100% dem Stromlaufplan entsprechen soll, brauchst Du den Stromlaufplan zum entsprechenden Produktionezeitraum. So ein Selbsthilfebuch hat meist nur einen exemplarischen bei, weil sie nicht auf jede Änderung eingehen können. Dienen also nur als grober Anhaltspunkt.
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon santeria » Mi 15. Dez 2010, 21:05

Vielen Dank für die schnellen Antworten ihr beiden.

Buckaroo hat geschrieben:Hallo,
also, einen höheren Querschnitt darfst du immer nehmen, kleiner sollte man immer vermeiden. Je kleiner der Querschnitt, desto geringer die zulässige Stromstärke. Ist der Querschnitt für die Stromstärke zu gering gewählt, wird das Kabel zum Widerstand (zusätzlich zum bereits vorhandenen Eigenwiderstand) und das Kabel erhitzt sich und wird zur potentiellen Gefahren- oder Störquelle.


Dass man keine kleineren Kabelquerschnitte verwenden sollte als vorhanden ist mir klar & macht auch irgendwie Sinn.
Da ich aber nicht jedes Kabel tausche sondern nur einige, bleiben ja ein paar originale Kabel mit dem relativ dünnen 0,5er Querschnitt "übrig" bzw. mein Kabelbaum ist danach Querschnitts-technisch "bunt gemischt".

Schadet dass den Funktionen dann gar nicht, wenn ein Teil über dickere Leitungen angesteuert wird & der Rest über dünnere?
Nochmal das Beispiel um deutlich zu machen was ich meine:

-> Was würde z.B passieren wenn ich von zwei ursprünglich gleich dicken Kabeln die an einen Stecker gehen eines mit 0,5mm und das andere mit 1,5mm ersetzte?

Buckaroo hat geschrieben:Aber nicht nur die Stromstärke bestimmt den Querschnitt, auch die Leitungslänge beeinflusst die Wahl des Querschnitts, da eine größere Kabellänge auch einen höheren Widerstand bedeutet, der durch einen höheren Querschnitt ausgeglichen werden kann. Das Kabelmaterial habe ich jetzt mal bewusst ausgeklammert, da ich mal von Kupferleitungen ausgehe.

Scheisse Elektrik! - das ist ja noch ein Punkt auf den man achten muss.
Ja, es werden Kupferkabel - die "FLRY Fahrzeugleitung". ;-)

KLE hat geschrieben:VW hat leider sehr oft die Kabelbäume geändert, wenn es 100% dem Stromlaufplan entsprechen soll, brauchst Du den Stromlaufplan zum entsprechenden Produktionezeitraum. So ein Selbsthilfebuch hat meist nur einen exemplarischen bei, weil sie nicht auf jede Änderung eingehen können. Dienen also nur als grober Anhaltspunkt.

Das erklärt so einiges, wobei ich zugeben muss dass mir das sowieso nur als grober Anhaltspunkt dient, weil ich die Stromlaufpläne nicht immer zu 100% verstehe. :verlegen:
Ein paar Sachen weiss ich mittlerweile, den Rest such ich mir im Internet in Form von bunten Bildern zusammen.
- Der Anschluss von Zusatzinstrumenten, MFA für den Golf oder eines "Lichtboosters" lässt sich so auf jeden Fall meistern, aber etwas komplexeres wie das MStg macht mir dann schon noch ein bißchen "Angst".
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon Buckaroo » Mi 15. Dez 2010, 21:19

Solange du den Querschnitt nur vergrößerst, ist das kein Problem. Der kleinste Querschnitt muss auf jeden Fall für die durchfließende Stromstärke ausreichend sein.
Ich musste mich mit dem Thema Elektrik sehr lange auseinandersetzen. Erst ne Ausbildung als Elektroinstallateur, dann FOS Elektro und danach Studium Elektrotechnik. Aber nicht abgeschlossen. Hab mich danach lieber der Informatik zugewandt :-) ...
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon santeria » Sa 18. Dez 2010, 23:13

Buckaroo hat geschrieben:Ich musste mich mit dem Thema Elektrik sehr lange auseinandersetzen. Erst ne Ausbildung als Elektroinstallateur, dann FOS Elektro und danach Studium Elektrotechnik. .


Das ist für mich als Referenz ausreichend. :-)
Vielen Dank für die Hilfe.
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon santeria » Di 1. Feb 2011, 22:59

Hi.
Ich muss das Thema leider nochmal aufgreifen weil ich auf ein kleines "Problem" gestoßen bin:

Ich habe in meinem Auto die serienmäßige MFA nachgerüstet - diese beinhaltet unter anderem auch einen Öltemperaturgeber.
Die Verkabelung davon ist recht simpel - es geht ein Kabel von der ZE(Sicherungskasten/Zentralelektrik) an den Geber & fertig.
(Das zusätzliche Massekabel was der MFA-Kabelbaum normalerweise hat habe ich auch gezogen und auch den Aussentemp.-Fühler angeschlossen.)
Es ist also alles wie ab Werk, ausser die dickern Kabelquerschnitte.

Da ich noch ein paar VDO Zusatzinstrumente rumfliegen hatte, habe ich die bei der Gelegenheit auch gleich angeschlossen - unter anderem noch eine Öltemp.Anzeige

Zum Anschluss an den Geber habe ich ein Y Stück für beide Anschlusskabel gebaut.

Jetzt zum eigentlichen Problem:
Das VDO zeigt Temperaturen knapp über 80°Cels an, was ein bißchen wenig ist.
Die MFA zeigt meistens gar nichts an, da sie dafür ausgelegt ist erst ab 50°Cels anzuzeigen.
(Der Geber ist Brandneu/ MFA reagiert, d.h. wenn man das Kabel der MFA an Masse hält, werden 160°Cels angezeigt).

Wenn ich jetzt nur eines der beiden Kabel an den Geber stecke, zeigt das betreffende Instrument eine höhere Temp. an.
Aber selbst dann zeigt die MFA relativ wenig an z.B. ca 62° Cels nach Autobahnfahrt mit Vollgas.

Woran liegt das wenn nicht an unterschiedlichen Widerständen bzw. an einem zu großen Kabelquerschnitt für die MFA? Wie kann ich das beseitigen sodass beide Sachen korrekt anzeigen?
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon happyc » Mi 2. Feb 2011, 01:53

halbwissen, korrigiert mich, wenn ich falsch liege:

soweit ich weiß, funktioniert ein analoger geber über den widerstand: du hast einen gewickelten drahtwiderstand, darauf rutscht ein mit einem bimetall versehener kontakt (das bimetall erwärmt sich, und bewegt den kontakt) hin- und her - je nachdem wo er kontakt gibt verändert sich der widerstand und damit die stromstärke. das wiederum wird von der anzeige "visuell" umgesetzt.
soweit dürfte das für die analoge anzeige von VDO zutreffen - ob die MFA nach dem selben prinzip funktioniert (oder ob sie einen digitalen temp-fühler benötigt) weiß ich nicht.

unabhängig davon:
so eine anzeige funktioniert nur dann richtig, wenn geber & anzeige zusammen passen & aufeinander abgestimmt sind! ich kann mir fast nicht vorstellen, dass der krempel "genormt" ist (bei temp XX grad muss der widerstand YY ohm sein, und die anzeige hat bei der entsprechenden stromstärke denundden ausschlag), eher denke ich, dass jeder hersteller da seine eigene suppe kocht, und mit eigenen parametern hantiert.
folglich muss der geber die werte (stromstärke) liefern, die von der anzeige entsprechend umgesetzt werden können..

weiter: durch dein y-stück teilst du die stromstärke - es kommt nur noch ein teil bei der anzeige an, entsprechend kann diese nur noch einen geringeren ausschlag geben...
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon Buckaroo » Mi 2. Feb 2011, 18:26

Die MFA wird auch über einen Temperatursensor auf Widerstandsbasis gesteuert, auch wenn es danach digital angezeigt wird. Dem Beitrag von happyc ist ansonsten nichts mehr hinzuzufügen :-) ...
A: Die Motorkontrollleuchte ist an
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Re: Relevanz der Kabelquerschnitte (ELEKTRIK Golf 2)

Beitragvon santeria » Mi 2. Feb 2011, 20:11

Zuersteinmal:
Vielen Dank für die schnellen Antworten happyc & Buckaroo.

Ich möchte das ganze dennoch ein wenig weiter untersuchen/ checken ob ich alles richtig verstehe:
happyc hat geschrieben:so eine anzeige funktioniert nur dann richtig, wenn geber & anzeige zusammen passen & aufeinander abgestimmt sind! ich kann mir fast nicht vorstellen, dass der krempel "genormt" ist (bei temp XX grad muss der widerstand YY ohm sein, und die anzeige hat bei der entsprechenden stromstärke denundden ausschlag), eher denke ich, dass jeder hersteller da seine eigene suppe kocht, und mit eigenen parametern hantiert.
folglich muss der geber die werte (stromstärke) liefern, die von der anzeige entsprechend umgesetzt werden können..

Was das betrifft:
Der Geber ist der "originale" von VDO (wenn man der VAG/ VDO Teilenummer trauen darf).
Genau dieser wird in Verbindung mit der MFA im Golf 2 auch ab Werk verbaut - der den ich aus dem Schlachter hatte war nur im Sack, sodass ich den selben in Neu gekauft habe.
(Denke mal mit einem zeitgenössischen Instrument von VDO wird er auch kompatibel sein.)
PS.: Was die MFA betrifft ist es das selbe Prinzip was du beschrieben hast, es wird nur digital angezeigt und nicht per Nadel.

happyc hat geschrieben:weiter: durch dein y-stück teilst du die stromstärke - es kommt nur noch ein teil bei der anzeige an, entsprechend kann diese nur noch einen geringeren ausschlag geben...

So etwas in der Art habe ich befürchtet...
Im Umkehrschluss müssten das Instrument bzw. die MFA wenn einzelnd ohne Y-Stück angeschlossen also korrekte Werte anzeigen, oder?
Und das ganze unabhängig vom gewählten Kabelquerschnitt.
-> Das ganze ist definitiv einen Versuch wert & wird getestet sobald das Fahrzeug wieder auf der Straße fährt. :-)

Was für eine Möglichkeit hätte ich um beide Instrumente gleichzeitig korrekt anzeigen zu lassen?
Komme ich da überhaupt um einen zweiten Geber drumrum?
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