Bienengeplapper (ehem.klebende Kolbenringe lösen)

Fragen zur Technik von Fahrzeugen

Bienengeplapper (ehem.klebende Kolbenringe lösen)

Beitragvon EL84 » Do 26. Jan 2017, 15:39

Es handelt sich hier um meine Dreikantfeile (Ape), die aufgrund von zuviel öl und stadtverkehr nun unter kompressionsproblemen leidet.
Es werden wiedereinmal die kolbenringe in den nuten kleben von dem 2t schmodder.
Gibt es da eine erfahrungsgemäß taugliche möglichkeit das zu lösen ohne bei minus 8 grad den zylinder zu ziehen?

Oft hört mann von bremsflüssigkeit mit durch scheuchen etc. Bringt das was?
Zuletzt geändert von EL84 am Mo 30. Jan 2017, 13:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon Christian » Do 26. Jan 2017, 16:56

Ich würds mit ner halben Stunde Vollgasfahrt über Land versuchen, vorausgesetzt der Motor kann das ab. Bei der Simson hilft das. Wenn man die immer schön scheucht hat die auch immer gute Leistung.
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Alle sagten "Das geht nicht." Da kam einer und hat´s versucht, und es ging nicht.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Do 26. Jan 2017, 18:45

Was für eine Ape?

Fuffi? so machen wie von Christian beschrieben

TM (oder andere große Apen): Zylinder ziehen und ordentlich machen, sonst wirds teuer
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon Mr. Blonde » Do 26. Jan 2017, 19:40

Fuffi: 102er DR oder Polini verbauen, Vergaser abdüsen. Dann steht er sich nicht selber im Weg. :moped:
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Do 26. Jan 2017, 19:46

Grad nochmal gecheckt was der TE so gepostet hat. Es geht wohl um ne Zweiaugen-Fuffi

Dazu mal ein paar Worte aus meiner Apeerfahrung:

1. reiß die Ölpumpe raus so vorhanden und fahr die Karre mit Mischung. Dem Apemotor reicht, egal in welcher Frisur, 1:50, mit gutem Öl auch 1:70. Die alte Werksangabe mit 1:25 ist bullshit, damit verölt das Ding nur. Nicht nach Gefühl mischen, sondern mit einem Messbecher (1:50 sind 2% Öl).

2. Wenn es ein Zweiauge ist, das ab Werk den Kat-Auspuff hatte, dann bau den Luftfilter der katlosen Version bzw. der Vespa V50 an, sonst läuft die Reuse zu fett.
Umbau auf den 19.19 Vergaser kann sich lohnen wenn ein entsprechender Zylinder und Auspuff drauf ist. Meine Empfehlung: 85er Pinasco und Sito Plus. Fährt gefühlt wie eine Diesellok.

102er in der Ape dreht sich tot (damit ist die Ape gefühlt nicht schneller als original, nur brutal laut), ist nur mit einem längeren Ritzel fahrbar und dann wird das Ding zäh, Übersetzungsverlängerung in der Ape macht nur mit den 133er Kits Sinn, aber dann wirds an der Tankstelle teuer.

Generell lohnt es sich ein Auge auf die Vergaserabstimmung zu haben. Die Kisten schütteln so übel, dass es die Gemischschraube gerne verdreht.
Ich bin meine Fuffi (TL5T Einauge) zu 80% in der Stadt gefahren, Verölungsprobleme gabs nur ganz am Anfang (mit Ölpumpe, die immer zu viel Öl beigemischt hat). Danach war Ruhe, der Motor lief mit 1:70 "Magermix" deutlich ruhiger und sauberer, stank und rauchte nicht. Der 85er Pinasco hatte beim finalen Unfall knapp 30.000km drauf und noch genug Fleisch um weiterverwendet zu werden. Das Ding läuft bis heute in der Vespa eines Kumpanen.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon Mr. Blonde » Do 26. Jan 2017, 20:26

102er dreht sich nicht tot, mit Originalvergaser.

Hab mal aus Neugier ne Vespa Pk50 mit Hp50 Primär (das ist die kürzeste) mit nem 110er (war gerade da) gebaut. Verbaut wurde ein 16/12er Vergaser (italienische Pk) und irgendein Pk-Pott mit dickem Krümmer. Hab die Kiste vorsichtig abgedüst (am Ende ca. 65 aus dem Kopf heraus). Die Kiste lief stur 50 (geschätzt da kein Tacho verbaut war), und zwar immer. Der erste Gang war überflüssig, im 2ten konnte er Wheelies. Und nein, er hat sich nicht totgedreht. Gefühlt hat er sich gefahren wie ein BMW Eta mit viel zu kurzer Übersetzung. Brutal antrittstark von unten, aber obenrum ohne Puste. Aber genau das wollte ich mal bauen (auch wenn ich reichlich übertrieben habe :-) ) Hab die Kiste einige Monate gefahren, bis ich mir ne andere Vespa gebaut habe, ohne Ausfälle.
Kleiner Vergaser = niedrige Drehzahlen. In einem kann ich dir aber zustimmen, die Kiste war ziemlich laut mit originalem Vespaauspuff (könnte von ner Pk80 stammen, hat nicht auf Anhieb gepasst). Und zum Antreten musste ich regelrecht auf den Kickstarter draufspringen, was aber auch an der kurzen Übersetzung lag.

Man kann das Gerede anderer Leute nachplappern, oder einfach mal selber probieren und den Horizont erweitern. Übrigends haben im GSF einige Leute ähnliches erfolgreich ausprobiert.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Do 26. Jan 2017, 23:15

Ich habs ausprobiert, mit den obene beschriebenen Ergebnissen ;)
Der 102er Polini war damals mein erster Tuningversuch in der Ape, das war brutal anstreng zu fahren weil einfach nur barbarisch laut und mit sehr unharmonischem Ganganschluss, es war immer zuviel oder zu wenig Drehzahl, weshalb man dann ständig hin und her schalten muss. Der 85er ist die wesentlich besere Lösung, denn er harmoniert besser mit dem Apegetriebe.

Was du schreibst stimmt für Vespas, bei der Ape klappt es nicht, denn die Getriebeübersetzung ist anders. Ich hab da als alter Vespabastler auch lernen müssen, dass die Ape 50 zwar mit der Vespa 50 sehr viel gemeinsam hat, es aber doch einige bedeutende Unterschiede gibt.
Allerdings hatten diese Experimente auch den "Nachteil", dass mir die 102er Charakteristik auch in der Vespa nicht mehr gefällt. Darum hab ich in meiner PK ja auch den 85er Pinasco drin.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon EL84 » Fr 27. Jan 2017, 00:04

Oh, ok, da brauchts mehr input.

Ich hab die schüssel letztes jahr so wie sie jetzt ist gebraucht günstig geschossen.

Es ist ein 102cc marke kein plan
19er dello
Pott ohne kat. Vermutlich ein billig nachbau.
Anscheinend auch vom fahrverhalten ein 16er ritzel drinn.
Hatte im sommer gut 50kmh gemacht, wenn ich sie gequält hab auch mal 60 (laut dem eingebauten schätzeisen), aber da wurde die schon brachial laut.
Hat auch untenrum schön angezogen.

Luffi ist der original kasten ohne matten, dafür mit nem topfkratzer als filter verbaut, ohne diesen plastikrüssel der das ganze verstopft.

Denk mal, die gehört wirklich mal auf die bahn.

Ja, das standgas und das gemisch verstellen sich ständig. Nervig.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon Mr. Blonde » Fr 27. Jan 2017, 00:08

85er kenne ich nur von nem Bekannten, der ihn in die Pk seiner Schwester verbaut hat. Nach einer Probefahrt waren wir uns beide einig, träge Kiste, kaum ein Unterschied zu vorher. Gut, Ape bin ich noch nie gefahren, also glaube ich dir mal. :sekt:

Die 110er Pk ist auch aus der Not geboren (gedacht war tatsächlich nur ein 85er, notfalls ein 75er oder 100er). Wollte ihn nur flotter machen. Beim 110er hatte ich tatsächlich erst Bedenken, weil die schon mit empfohlenen Vergasergrößen zu Klemmern neigen (sollen). Nach dem Durchwühlen meiner Kisten mit gebrauchten Zylindern, hat sich nur die Summe aus zwei Polini und einem Malossi 110er als brauchbar erwiesen. Ja richtig, der Zylinder ist ein Hybrid aus Malossi- und Poliniteilen geworden. :-)
Wenn ich jetzt mal ein Bild vom Nadellager des Kolbenbolzens im Fundzustand hätte, würden Edelschrauber mit weissen Handschuhen vermutlich einen Herzkasper kriegen. :king:

Provsorien halten einfach am längsten. :moped:
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Fr 27. Jan 2017, 00:34

Deine Vespas kenn ich ja von den Fotos hier im Forum. Also mir gefallen sie sehr gut ;) Der Bauansatz hat was.
Der 85er in der PK ist aber schon sehr lässig zu fahren. Mit Traktorsound im 3. Gang an der Ampel anrollen können hat was und um die örtliche Plastomatengang zu erschrecken langts auch :-)

Die Verstellerei des Versagers hab ich meiner Fuffi damals abgewöhnt, indem ich dünne O-Ringe in die Gewinde der Stellschrauben mit reingewürgt habe. Lies sich (schwergängig) einstellen und blieb dann auch so.
Aber ja, fahr das Ding mal richtig frei, dann wird das schon. Ein großes Dynamikwunder wird aber nicht draus werden ...
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