Bienengeplapper (ehem.klebende Kolbenringe lösen)

Fragen zur Technik von Fahrzeugen

Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon EL84 » Fr 27. Jan 2017, 07:01

Ja, mir war ja von anfang an klar dass eine ape eher in richtung Wanderdüne tendiert.
Allerdings ihre 50 sollte sie schon machen.
Da ich aufm relativ steilen berg wohne, muss das ding da auch hoch kommen.
Im sommer hat das Bienchen sich im 2. Gang da hoch gebrüllt, jetzt schafft sie es gerade so im ersten hoch zu sägen.

Ich hoffe das freifahren bringt was. Sonst muss doch der motor auf. Hmpf....


Zurück zum eingangs erwähnten. Was ist eigentlich davon zu halten mit der bremsflüssigkeit im laufenden motor?
Funktionierts oder ist das aberglaube von opa noch?
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Fr 27. Jan 2017, 16:46

Echte 50 als Dauergeschwindigkeit mit einer Ape 50 sind nicht so einfach zu realisieren, zumindest nicht bei halbwegs materialschonender Fahrweise. Die Getriebeübersetzung ist eigentlich dazu ausgelegt, dass etwa 35 - 40km/h Dauergeschwindigkeit sinnvoll sind.
Der Pferdefuß an den Umbauten mit längeren Übersetzungen ist halt auch, dass die Kisten dann am Berg unbrauchbar werden. Aus gutem Grund gab es bei der ersten Generation ein verkürztes "Berggetriebe" als Zubehör von Piaggio, damit fahren die Dinger dann auch auf Maultierpfaden über die Alpen, aber halt nur noch mit 30 auf der Ebene.

Ganz ehrlich?
Wenn du schneller als 40 Apefahren willst, dann gib die Fuffi wieder her und kauf dir eine TM. Das ist der einzige auf Dauer haltbare Weg.

Wenn du beigehst, dann mach die Kiste aber ordentlich. Was du da bisher beschrieben hast klingt nach einem total verpfuschten Kackfaß. Topfreiniger als Luftfilter, wenn ich sowas schön höre wird mir schlecht. Generell ist das eh ein Problem bei gebrauchten Fuffis. Die Karren sind entweder totgeritten, kaputtgestanden oder völlig verpfuscht. Die ganzen Schwachpunkte (Drehschieber, Differenzial und Antriebswellenlagerung) sollte man sich darum einmal sehr genau ansehen.

Auch zur Fahrweise noch eine Anmerkung:
Sachen wie "im 2. Gang den Berg hochbrüllen" sind ein Expressfahrschein zu einem neuen Motor. Der Apemotor ist thermisch extrem belastet, hohe Drehzahl bei geringem Tempo verträgt er nicht. Wenn du den Motor belastest, dann nimm immer einen Gang kleiner als du glaubst zu brauchen, denn durch die höhere Drehzahl erhöhst du auch die Kühlwirkung des Gebläses und gleichzeitig die Schmierung des Motors! Die Dinger müssen drehen um zu überleben. Am Berg darum notfalls etwas langsamer fahren und dafür mehr Drehzahl haben.
Gleiches gilt auch im Stadtverkehr bei Stop and Go, notfalls im Leerlauf etwas Gas geben, sonst wirds dem Ding heiß. Ich hab bei meiner Fuffi mehrmals die Kühlhaube über dem Zylinder eingeschmolzen bevor ich das erkannt habe.

Was ist eigentlich davon zu halten mit der bremsflüssigkeit im laufenden motor?

Eine ziemlich sichere Methode den Motor zu zerstören. Wer sowas macht gehört einfach nur geprügelt, wer sowas anderen empfiehlt erschossen.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon EL84 » Fr 27. Jan 2017, 18:26

Nein nein. Ich meinte 50 laut dem eingebauten schätzeisen. Sind laut gps 42 oder so.
Fahrstil ist re ht einfach. Beschleunigen, ab einem gewissen punkt wird die bide dann brachial laut und alles fängt an zu dröhnen. Dann etwas gas zurrück, und das motörchen schnurrt friedlich.

Der topfkratzer kam von mir, nachdem da garnix im gehäuse war, und ein eingeölter stahlwollklumpen ähnliche filterwirkung hat wie bei der v50 das original gewöll im blechfilterkasten.

Ansonsten hast du recht. Ist ne bastelbude. Hab sie aber sehr günstig bekommen.
Wenns weniger kalt ist, kommt der motor eh raus und eine runde neu.

Das ding markiert doch schon sein revier, und das gefällt mir so nicht.
Auch einen ape motor bekommt mann dicht.
Bin noch am überlegen ob ich nur neue kolbenringe rein mach, oder den ganzen 102er raus werfe und gegen ? Ersetze....
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Fr 27. Jan 2017, 18:46

Endlich mal einer, der auf Anhieb richtig mit den Dingern umgeht. :top: Du ahnst nicht, wie selten das ist. Ich hab schon ettliche Apemenschen in der Werkstatt gehabt, die riesen Probleme durch Fehlbedienung hatten.

Der topfkratzer kam von mir, nachdem da garnix im gehäuse war, und ein eingeölter stahlwollklumpen ähnliche filterwirkung hat wie bei der v50 das original gewöll im blechfilterkasten.

Nur lösen sich von der Stahlwolle u.U. kleine Teile und landen im Motor. Die Idee hatten andere nämlich auch schon, das Ergebnis hatte ich schon wiederholt auf der Werkbank.
Der originalfilterkasten der Fuffis ist bis zur Einführung der Katmodelle im Grunde identisch zur V50, nur hat die Ape halt den zusätzlichen Anschluss für den Frischluftschlauch und der Kasten ist aus Kunststoff. Die Katmodelle hatten dann einen geänderten, drosselnden Filterkasten. Vermutlich hat bei deiner darum jemand den Einsatz rausgenommen.

Auch einen ape motor bekommt mann dicht.

Absolut, normalerweise sind Apemotoren außen oxidiert. Da schmiert nichts rum wenn alles so ist wie es sein soll. Wenn du den Motor machst, dann nimm auch das Diff raus und schau dir das Sonnenrad an, das ist in 9 von 10 Fällen hinüber. Hauptsächlich, weil keiner das Öl im Diff wechselt, dabei muss das (genau wie das Getriebeöl) alle 2.500km neu. Ein Intervall an den man sich halten sollte. Außerdem MUSS in die Ape ab der TL3T unbedingt ein modernes Mehrbereichsöl (Viertakt-Motoröl, kein Getriebeöl Piaggio hat normalerweise ein 15W40 vorgesehen), egal was irgendwelche Leute von Kupplungsschäden durch solches Öl fantasieren! Ins Diff gehört ein SAE80 GL4 Getriebeöl, sonst nichts. Wenn man sich daran hält, dann halten auch die Getriebe und Differenziale.

Umbau auf Membraner je nach Zustand des Drehschiebers.

Bin noch am überlegen ob ich nur neue kolbenringe rein mach, oder den ganzen 102er raus werfe und gegen ? Ersetze....

Das ist ein Stück weit auch eine Frage was man machen will. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der 85er Pinasco mit dem 19.19er Vergaser (mit originalem V50 Blech-Luffi oder altem Ape50 Luffi, zweiterer ist besser wenn du auch im Winter fährst, da du dann das originale Ansaugrohr weiterbenutzen kannst) und dem Originalgetriebe die ideale Besetzung für die Ape 50 ist.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon EL84 » Sa 28. Jan 2017, 01:21

Sonnenrad? Nie gehört. Hatte bisher nur mit pk und v50 zu tun...

Im differenzial hab ich direkt nach dem kauf sae80 versenkt, allerdings im "nlrmalen" Getriebe fahre ich mein alt bewährtes sae30 rasenmäheröl.
Damkt is die pk50, die v50 und die simson sr super gelaufen.
Die pk sogar mit nem 85er dr und nonstop vollgas. Die wurde nie geschont.

Was heist auf anhieb richtig umgeht?
Meinst du das mit dem dröhnen?
Mir tut es einfach in den ohren weh, wenn die zwiebacksäge um gnade winselt auf den letzten höchsten drehzahlen.

Hab die bude heute mal 15 km nonstop gas gefahren, und muss sagen
Sie geht wieder etwas besser. War wohl wirklich nur zugerotzt.

Die ölpumpe wollte ich eigentlich behalten. Is so schön schick bequem. Eventuell drossel ich noch etwas die förderleisung. Aber mal sehen.

Zu heiß wird meine überhaupt nicht. Ich konnte vorhin bequem an motor und auspuff fassen. Machen wohl die minustemperaturen.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » Sa 28. Jan 2017, 15:37

Sonnenrad? Nie gehört. Hatte bisher nur mit pk und v50 zu tun...

Das vom Motor getriebene Hauptrad im Diff.

allerdings im "nlrmalen" Getriebe fahre ich mein alt bewährtes sae30 rasenmäheröl.
Damkt is die pk50, die v50 und die simson sr super gelaufen.

Nur ist das Rasenmäheröl mit der Belastung im Apegetriebe überfordert. Das Zeug kann man in der Vespa verwenden, in der Ape hat es nichts verloren.

Mir tut es einfach in den ohren weh, wenn die zwiebacksäge um gnade winselt auf den letzten höchsten drehzahlen.

Das beweist halt, dass du ein gewisses Gefühl dafür hast. Ich hab auch schon einen Vogel gehabt, der mit einer neuen Ape innerhalb von 6 Monaten 10 (!) Kolbenfresser gefahren und nichts dabei gelernt hat. Beim 11. Fresser ging dann das Pleuel mit über den Jordan und er hats aufgegeben.
Gut, wir hatten auch schon einen Kunden, der mit seiner Fuffi auf die Autobahn (!) gefahren ist. Glaub mit, mit der Apekundschaft erlebt man teilweise richtig üble Dinge.

Am Ende des Tages ist das Ding eben doch eine dreirädrige Vespa und kein Auto, nur leider vergessen das viele.

Die ölpumpe wollte ich eigentlich behalten. Is so schön schick bequem.

Dann behalte das Ding genau im Auge. Die Pumpen verrecken i.d.R. schleichend, wenn also der Ölverbrauch langsam abnimmt, dann solltest du aufmerksam werden. An der Einstellung der Pumpe rumschrauben sollte man nicht, bzw. nur dann, wenn man die Einstellprozedur genau kennt. Dazu gibts im Netz Anleitungen (ist gleich zur PK50 XL2), lies dich da mal ein.

Ich konnte vorhin bequem an motor und auspuff fassen. Machen wohl die minustemperaturen.

Mach das mal im Sommer :D gibt hübsche Muster auf der Haut :king:
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon Mr. Blonde » Sa 28. Jan 2017, 18:43

xl2 hat keine Getrenntschmierung. Nur die Automaticas, dann aber alle.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon EL84 » Sa 28. Jan 2017, 21:40

Das mit den 15w40 im getriebe überrascht mich dann doch.
Mir war da mal dass da ein unlegiertes einbereichsöl rein muss ohne nennenswerte additive zur reibungsminderung, wegen der kupplung.

Davon ab, was ist der grund dass in das getriebe kein getriebeöl rein soll?
Mann könnte ja wegen der etwas höheren belastung auch eins für nasskupplungen aus dem motorradsektor nehmen. Die sollten dann die belastung aushalten...


Die ölpumpe, da streiten sich ja die geister.
Die einen vefluchen das ding, und andere schwören drauf.
Wenn die schleichend kaputt geht, was an der pumpe geht da kaputt?
Bei den plastomaten freckt der antriebsriemen der pumpe, is bei unserer ja nicht, is ja direkt angekurbelt.

Ich sehe schon. Ich muss mich noch sehr mit dem bienchen beschäftigen.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon dreiradfahrer » So 29. Jan 2017, 11:32

Mir war da mal dass da ein unlegiertes einbereichsöl rein muss ohne nennenswerte additive zur reibungsminderung, wegen der kupplung.

Ganz ehrlich? Ammenmärchen ohne jeden Warheitsgehalt. Dieser Unfug wird in den Vespaforen seit Jahren runtergebetet, wirklich geprüft hat es wohl nie jemand.
Es stimmt, Piaggio hat für die Vespa und die Ape bis zur TL3T immer ein 30er Einbereichsöl vorgeschrieben, wohl weil das in den 50er Jahren bei Zweitaktern so üblich war. Das 30er war damals ja auch als Mischöl gebräuchlich und man musste folglich nur eine Ölsorte vorhalten, in den alten Werksanleitungen werden sogar die Bowdenzüge mit dem Zeug geschmiert. Ich hab mich da auch immer dran gehalten und es funktioniert bei Vespas auch, nur gab es bei Ape 50 früher immer Probleme mit Getriebeschäden. Selbst heute ist das noch DER Schwachpunkt bei allen Apen.

Seit ich die Apen habe, hab ich dann das moderne Öl auch in den Vespas verwendet, einfach auch Bequemlichkeit und was ist passiert? Garnichts, es läuft wunderbar und völlig problemlos. Bei extrem frisierten Rollern mit entsprechend belasteten Kupplungen mag das vllt. anders aussehen, aber für die große Maße habe ich mit dieser Empfehlung keinerlei Probleme. Bei der Ape sowieso, da habe ich schon des öfteren Gesehen, was das 30er Öl mit dem Getriebe anstellt. Überlicherweise sind dann nach ~20.000km die Zähne des 4. Gangs weg.

Mann könnte ja wegen der etwas höheren belastung auch eins für nasskupplungen aus dem motorradsektor nehmen. Die sollten dann die belastung aushalten...

Kann man sicher, habe ich aber noch nie ausprobiert. Bei der Ape bin ich einfach der Werksvorschrift gefolgt. Moderne Motorradgetriebeöle haben aber sicher auch ihre Vorzüge, da ich aber mit Motorrädern nur selten und ganz am Rande zu tun habe ist das nicht wirklich mein Gebiet.

Wenn die schleichend kaputt geht, was an der pumpe geht da kaputt?

Das "Schaufelrad" in der Pumpe verschleißt langsam und die Fördermenge geht langsam zurück. Außerdem gibt es speziell bei der Ape noch den heimtückischen Fehler, dass der relativ Ölschlauch rissig wird und die Pumpe Luft ansaugt. Darum sollte man den Schlauch auch regelmäßig kontrollieren.

Bei den plastomaten freckt der antriebsriemen der pumpe

Wobei das auch an der Wartungsmetanlität liegt. Wird der Riemen nach Intervall gewechselt sind diese Pumpen haltbar. Ich bin in den 90ern meine Zip SSL 65.000km mit Ölpumpe gefahren, allerdings baue ich die Automatikroller heute auch grundsätzlich um. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass die Fertigungsqualität der aktuell erhältlichen Antriebsriemen nicht mehr vertrauenserweckend ist.
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Re: klebende Kolbenringe lösen

Beitragvon Bullitöter » So 29. Jan 2017, 12:16

Was spricht denn deiner Meinung nach dagegen fürs Gertriebe ein Getriebeöl zu benutzen?
Für die Awo ist für Getriebe und Kardan auch Motorenöl Werksseitigt angegeben. War in den 50ern halt so.
Ich glaube aber das kippt da keiner mehr rein. Getriebeöl SAE 80 wie auch für die Schwalbe vorgesehen ist die bessere Wahl.

Der Kardan den ich zerlegt hab bestätigt mir das auch nur bei der riesigen Menge Ölschlamm die da drin war.
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