PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Fragen zur Technik von Fahrzeugen

PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon Rollsportanlage » So 8. Okt 2017, 21:38

Das linke Vorderrad des Golfs lässt sich an Ober- und Unterseite hin- und herwackeln.
Radlager hinüber. Ich denke mal, dass es sinvoll ist beide zu tauschen. Sind ja beide gleich alt und gleich weit gefahren.

Ohnehin steht eine Achsvermessung an. Auch sollen die schleichend dahinscheidenden Domlager ausgewechselt werden.
Und wenn gerade die ganze Vorderachse auseinander ist würde ich auch noch gleich die ollen Traggelenke wechseln und die Querlenker aufarbeiten.
Zudem spiele ich seit einiger Zeit mit dem Gedanken die Hinterachs- und Querlenkerlager durch Polyurethanbuchsen zu ersetzen. Die alten Lager sind noch nicht bröselig, nach fast 35 Jahren aber doch recht weich. Der Wechsel bietet sich nun an.

Dachte so an circa Shore 90. Nur Hinterachs- und Querlenkerlager, Rest original Gummi.
Dass sich das Fahrverhalten damit merklich verbessern soll ist ja überall zu lesen, aber wie sieht es mit der Weitergabe von Geräuschen un Vibrationen aus. Ist das sehr schlimm, bzw auch auf längeren Fahrten aushaltbar?


Ich würde mich sehr freuen, wenn hier jemand seine Erfahrungen kundtun könnte.
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon Bullitöter » So 8. Okt 2017, 21:56

Mein Cabrio ist zwar 10 - 12 Jahre jünger als deiner, aber dafür schwerer und mit 411.000 km sicher auch mehr unterwegs gewesen.
Ich würde alles an Gummi drin lassen. Beim 1er ist das extrem langlebig. Für die Traggelenke neue Maschetten besorgen (müsst es am Teiletresen geben) und neues Fett rein feddich. Ohne das zu machen haben meine fast 300.000 km gehalten.
Haste vorn ne Querlenkerstrebe vom Cabrio drin? Wenn nich, mach ma, wirst begeistert sein. Leihweise hätte ich irgendwo eine.

Methode zum radlager umpressen hasste?
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon Rollsportanlage » So 8. Okt 2017, 22:14

Danke für das Angebot, aber eine Querlenkerstrebe ist bereits drin.

Zum Wechsel der Domlager müssen eh die Federbeine raus. Mit den Radlagergehäusen gehe ich dann einfach zu ner Werkstatt mit Presse.
Das Spezialwerkzeug zum Radlagereinziehen besitze ich nicht.
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon santeria » So 8. Okt 2017, 22:44

Hi.
Ich hatte/ habe im Golf 2 diverse härtere Buchsen drin.
Allerdings kombiniert mit nem Gewinde...
Ob da die Erfahrungsberichte so hilfreich sind weiß ich nicht, mein Auto ist hauptsächlich durch das Fahrwerk sowieso schon härter als Serie gefedert.
Und 'hart' empfindet auch jeder anders.

Glaube shore 90 ist auch recht hart, oder?
War nicht 75 die etwas härtere Version und 90 die high-end-knüppelharte Racing-Version?

Trotzdem mal meine 5 Pfennig dazu:

Ich bin Fan und hab jetzt alles bis auf Querlenker und vorderen Querträger in Powerflex (gelb/lila, nicht schwarz!) gebuchst.
Schon alleine dass die haltbarer sind/ sein sollen als die ohnehin schon langlebigen Originalteile find ich cool.
Hauptgrund ist aber: because racecar. :kevin:

Beim aktuellen Setup fehlten noch das neue Fahrwerk und Powerflex Domlager vorn und hinten..
Und vor allem eine Achsvermessung.. heute bei Nässe mal gefahren.. noch mit altem zerrockten Fahrwerk...grausam und ich bin vor Angst fast gestorben.. :king:

Was ich aber lange gefahren bin und sehr passend fand waren:
H&R Monotube
Bonrath Stabi- und Koppelstangenlager und vor allem:
Powerflex HA-Lager!
Nicht unbedingt bezüglich des Fahrverhaltens, aber der Einbau... :jubel: traumhaft!
Man steckt sie mit der Hand (!) in die Aufnahmen der HA. Fertig.
Nix mit einpressen, generve, darauf achten wie das 'Ohr' vorher saß..

Von den Bonrath Stabilagern ist jetzt eins gerissen.
Der Rest war noch ok.

Die Powerflex HA Lager haben einen Einschlag in den Bordstein mitgemacht nach dem die Achse krumm war und sind heute noch super (in einer anderen Achse).

Querlenkerlager hatte ich mal gebrauchte Bonrath drin, allerdings in Kombi mit dem kack-FK gewindefahrwerk.
Das war alles zu hart, denke aber dass das Fahrwerk hauptsächlich dafür verantwortlich war.

Fazit nach zu viel rumgelaber:
Ich würde die HA-Lager definitiv in härter nehmen.
Allerdings nicht in der härteren Shore-Härte, sondern in der gemäßigten.
Querlenkerlager warum nicht auch gleich!?
Aber eigentlich würde ich als allererstes ein gutes Sportfahrwerk kaufen... :-)



Edit:
Ich hab aktuell beim eBay Händler 'DH-Customparts' bestellt und würde es weiterempfehlen:
Telefonisch erreicht man eine freundliche, schwäbisch schwätzende Dame. :prost:
Bestellung absolut problemlos am Telefon, ein bisschen am Preis ging auch und der Versand war Mega schnell!
Sie kann auch PF Artikel bestellen die sie nicht in ihren Auktionen hat, da dauerte allerdings etwas, da es erst aus UK kommen muss.
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon Rollsportanlage » Mo 9. Okt 2017, 00:22

Danke für den Erfahrungsbericht.

Wie sieht es denn aus mit Vibrations- und Schallweiterleitung an die Karosse. Ist das mit den steiferen Lagern deutlich mehr geworden, bzw. ist es unangenehm lauter geworden?
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon santeria » Mo 9. Okt 2017, 00:46

Finde ich sehr schwer zu sagen da ich keinen direkten Vergleich: komplett Serie zu Serie nur mit PU-Buchsen habe.
Ich hatte mit nem einfachen Sportfahrwerk (H&R Cup Kit) angefangen, dann über ein schlechtes gewindefahrwerk (FK Highsport) mit stabibuchsen und Querlenkerbuchsen bis zu einem recht guten gewindefahrwerk (H&R monotube) mit den selben stabibuchsen und PU HA-Lagern.
Das ist jetzt alles aber so lange drin und wurde zudem arg misshandelt sodass es zum Schluss gar nicht mehr so schön zu fahren war - und gedröhnt hat zum Schluss ALLES.
Kann mich aber erinnern das ich anfangs super begeistert war.

Aber: einen Erfahrungsbericht sollte ich demnächst hoffentlich liefern können!
Mein neues Billie sollte wie gesagt nächste Woche irgendwann ankommen - ist das einzige was zum aktuellen Setup noch fehlt!
Wenn das drin ist, die Achse vermessen und ich die Karre vorher nicht zu Schrott gefahren habe, bin ich hoffentlich wieder genauso begeistert wie damals und kann etwas dazu sagen.
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon Bullitöter » Mo 9. Okt 2017, 08:45

Rollsportanlage hat geschrieben:Das Spezialwerkzeug zum Radlagereinziehen besitze ich nicht.


Das meinte ich. Dafür brauchts nicht mehr als ne 10.9er Gewindestange, Langmuttern, fette U-scheiben ,ein altes Radlager was man ja Zwangsläufig hat und ein paar Nüsse.

Raus gehen die Lager mit ner Nuss und dem Fäustel. Ich war sehr angetan davon, wie einfach das so funktioniert hat beim Jetta. Vorher bin ich auch immer irgendwo betteln gegangen, da sehe ich keinen Grund mehr zu.
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon outrage » Mo 9. Okt 2017, 10:15

Bullitöter hat geschrieben:Das meinte ich. Dafür brauchts nicht mehr als ne 10.9er Gewindestange, Langmuttern, fette U-scheiben ,ein altes Radlager was man ja Zwangsläufig hat und ein paar Nüsse.

Raus gehen die Lager mit ner Nuss und dem Fäustel. Ich war sehr angetan davon, wie einfach das so funktioniert hat beim Jetta. Vorher bin ich auch immer irgendwo betteln gegangen, da sehe ich keinen Grund mehr zu.


+1. Hab ich so mal bei einem Peugeot 106 gemacht.
Die alte Lagerschale an einer Stelle schlitzen und/oder am Umfang mit der Flex ein paar Zehntel wegnehmen, sonst wemst man die mit in den Lagersitz und kriegt sie dann nicht mehr raus...
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Re: PU-Fahrwerkslager im Semi-Alltagsbetrieb

Beitragvon kaesebrot » Mi 11. Okt 2017, 09:27

Zu den PU-Lagern: Ich hab die komplette Vorderachse meines Volvo 940 mit PU-Lagern ausgestattet. Tiefergelegt (50mm) ist er zwar, aber ich finde persönlich nicht, dass die härteren Lager (Shore 75 oder sowas) irgendwie unangenehm wären. Natürlich überträgt sich viel mehr in die Karosserie als vorher, aber das ist nunmal zwangsläufig so. Laut und polterig ist es meiner Meinung nach dadurch nicht geworden. Ein ganz grosses Plus haben die Lager allerdings im Handling gegeben. Die Achskonstruktion eines alten Volvos ist eher auf Komfort ausgelegt und vermittelte mir bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 immer ein leicht schwammiges Gefühl. Mit PU lässt sich das Auto auch bei hohen Geschwindigkeiten viel besser fahren. Ich bilde mir sogar ein, dass man in schnellen Kurven eher merkt, wann die Haftung abbricht.

Edit: Und wie schon erwähnt, der Einbau ist einfach nur derbe geil. Die Lager sind meist zweigeteilt und können ohne viel Aufwand in das Auge des Achsteils gedrückt werden. Plopp, plopp - stift durch, fertig.
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